Krefeld: Wegen Umbaus geschlossen?
VON PETRA DIEDERICHS - zuletzt aktualisiert: 10.08.2007Krefeld (RPO). Die Kosten für die Ausweichspielstätte des Theaters haben sich verdoppelt: 450 000 Euro fehlen. Wenn die SWK-Halle nicht als Übergangsbühne hergerichtet werden kann, droht dem Theater die Schließung.
Eine böse Überraschung flatterte dem Stadttheater zum Beginn der neuen Spielzeit ins Haus: Die Kalkulation für die Ausweichspielstätte ist wesentlich höher als bisher geschätzt. „Es fehlen mehrere hunderttausend Euro“, bestätigt Ingrid Mevißen, stellvertretende Theatergeschäftsführerin. Nach RP-Informationen soll der Umbau einer Halle der Städtischen Werke (SWK) 900 000 Euro kosten. 450 000 Euro hieß die ursprüngliche Schätzung. Doch Brandschutzauflagen fressen mehr Geld. „Wir sind in einer ganz schwierigen Situation. Ich werde heute die Verwaltung informieren“, sagt Mevißen. Denn das Geld muss schnell fließen, damit die Aufträge für den Umbau vergeben werden können und die Halle pünktlich zur nächsten Spielzeit bereit steht.
Die Uhr tickt
Ab kommenden Frühjahr stehen dringende Brandschutz- und Renovierungsarbeiten für den Graupner-Bau auf dem Theaterplatz an. Der Bedarf wurde auf 8,2 Millionen Euro geschätzt. Doch der Kämmerer setzte das Limit bei 7,5 Millionen. Das war das Aus für eine neue Untermaschinerie und weitere Erneuerungen unter und hinter der Bühne. Ingrid Mevißen sieht die Zwänge des Kämmerers: „Er kann nicht mehr Geld ausgeben als er hat.“ Aber sie sagt auch, dass die Probleme drücken: „Die 7,5 Millionen reduzieren sich ja noch einmal, weil unvorhergesehen die Fassade saniert werden muss.“ Dass die Au-
ßenhaut des Theaters marode ist, zeigte sich, als nebenan die Mediothek abgerissen war. Und im Topf waren 450 000 Euro reserviert, um die SWK-Halle für eine Spielzeit in eine Theaterbühne umzubauen.
Die Uhr tickt. Die Arbeiten müssen im Zeitplan laufen. Mevißen: „Wir können nicht warten.“ Denn in der übernächsten Spielzeit soll das Krefelder Theater wie gewohnt öffnen, dann wird das Haus in Mönchengladbach saniert – und an eine Ausweichbühne ziehen. Und auch Generalintendant Jens Pesel zeigte sich gestern bei der Begrüßung des Theaterensembles besorgt: Es gibt viele offene Fragen, ich bin gespannt, wie die Stadt damit umgehen wird. Das Theater hat seine Aufgaben gemacht.“
Sanierungarbeiten, Staub, Lärm und Behinderungen: Damit leben die Theaterleute seit vielen Monaten – hinter den Kulissen. „Aber allein die Arbeiten im Fronthaus sind so umfangreich: Im oberen Foyer müssen alle Decken raus. Da kann der Spielbetrieb nicht weiter gehen.“ Also muss das Geld für die Übergangs-Bühne bei den SWK zusammen kommen. Mevißen: „Wir wissen derzeit nur noch nicht wie.“
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