Krefeld: Weltneuheit: Altbierstollen
VON SEBASTIAN PETERS - zuletzt aktualisiert: 13.11.2007Krefeld (RPO). Viele Backspezialitäten hat Bäckermeister Rudolf Weißert aus Forstwald schon kreiert. Seine neue Komposition ist ein Altbierstollen, original nur mit Krefelder Altbier. Der Stollen soll schon im nächsten Jahr Exportschlager werden.
Freunde des Liedgutes von Rolf Zuckowski werden es wissen: „In der Weihnachtsbäckerei gibt’s so manche Schleckerei.“ Davon kann auch Rudolf Weißert – er erfand vor wenigen Tagen den Altbierstollen – nur zu gut berichten. Als er nämlich am vergangenen Wochenende zwölf Stunden in seiner Bäckerei stand, um die neue Stollenkomposition erstmals zu backen, war am Ende dieser Prozedur noch ein wenig Altbier übrig.
Günstige Gelegenheit! Weißert machte sich noch in der Backstube eine Flasche Königshofer auf und trank in einem Zug leer. „Danach konnte ich selig schlafen.“ Gestern hatte er ausgeschlafen und präsentierte mit Braumeister Georg Schroers von der Brauerei Königshof seine Stollenkomposition. Das Rezept will er nicht verraten – über die Schulter schauen ließ er sich gerne.
Warum Stollen?
Aussehen Der eigentlich weiße Stollen ist ein traditionelles Weihnachtsgebäck, weil es an ein in ein Tuch eingewickeltes Christkind erinnern soll. Deshalb die weiße Zuckerschicht außen.
Zutaten Stollen durften früher nur aus Wasser, Hafer und Rübenöl bestehen. Sie waren eine Gabe für das katholische Adventsfasten vor dem Fest
Ursprung Als Wiege des Stollens gilt oft Dresden. Dabei wurde der weltweit erste Stollen in Naumburg a. d. Saale produziert.
Erst mit Bier vermengen
Zunächst werden bei dem Krefelder Altbierstollen in einem großen Topf Datteln, Pflaumen und Aprikosen mit Altbier angesetzt und für zwei Tage gelagert. In einem anderen Topf werden Nüsse und Mandeln mit Altbier vermengt. Auch sie müssen aufquellen. Nach zwei Tagen wird der Stollenteig mit Nüssen und Früchten vermengt. Eine alte Maschine verteilt in Weißerts Backstube an der Hückelsmaystraße in Forstwald alles so, dass es nicht zu matschig und nicht zu trocken ist.
„Wir verwenden nur die besten Produkte“, sagt der Bäckermeister und verweist auf das Beispiel Rosinen. Zwar gibt es kleine, günstige Rosinen aus dem Iran, da kostet das Kilogramm nur einen Euro. Für den Altbierstollen verwendet er jedoch nur Fünf-Kronen-Australrosinen. „Das ist das Beste auf dem Markt. Süß, saftig, fruchtig.“ Und teuer: 2,40 Euro kostet das Kilogramm. Mittlerweile sei es gar nicht mehr so einfach, an gute Stollenzutaten zu kommen, weiß der Bäckermeister: „Die Chinesen kaufen nicht nur unser Benzin auf, die kaufen mittlerweile auch Nüsse und Mandeln.“
Am 14. Oktober fängt Weißert traditionell mit der Stollenproduktion an; eigentlich ein wenig früh, aber der Bäckermeister hat einen guten Freund, der sich zum Geburtstag stets sehnlichst einen von seinen Stollen wünscht. Deshalb geht Rudolf Weißert immer früh im Jahr in Produktion. Auch in Japan und den USA hat er Kunden, die sich seinen traditionellen Stollen bestellen. Im nächsten Jahr will er vielleicht auch mal den einen oder anderen Altbierstollen rüber senden.
Ein guter Stollen halte durchaus zwei Monate, sagt Weißert. Einmal habe er einen Stollen in die Schweiz geschickt. Weil er ihn falsch adressierte, sei das Backwerk in Schottland gelandet. Der Bäckermeister benachrichtige die Post, stellte einen Nachsendeantrag und ließ den Stollen dann in die Schweiz schicken. „Zu Ostern war er da und schmeckte immer noch.“ Auch der Altbierstollen schmeckt nicht nur zu Weihnachten.
Handwerk trifft Handwerk
Die Brauerei Königshof, mit der Weißert den Altbierstollen vertreibt, ist von der Idee des Bäckermeisters angetan: „Mir gefällt, dass sich hier zwei Handwerke zusammentun“, sagt Königshof-Vetriebsleiter Frank Tichelkamp. Sein Braumeister Georg Schroers, der sich sonst um das richtige Mischverhältnis beim Bier kümmert, ist auch von der Stollenmischung überzeugt. Je nach Sorte gibt es den Stollen mit Chili oder Cayenne-Pfeffer. Beides passt hervorragend zu Bier. Rudolf Weißert kann sein Produkt aber auch zur Kaffeezeit empfehlen.
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