Krefeld: Wende auf dem Arbeitsmarkt
VON MARTIN RÖSE - zuletzt aktualisiert: 04.01.2008Krefeld (RPO). Erstmals seit fünf Jahren sank die Arbeitslosenquote in Krefeld unter die Elf-Prozent-Marke. Der Chef der Arbeitsagentur geht davon aus, dass 2008 noch mehr Arbeitslose einen Job finden werden.
„Wir haben ein Arbeitsmarktniveau erreicht, das deutlich besser ist als vor der Einführung von Hartz IV. 2007 haben wir die Trendwende am Arbeitsmarkt geschafft.“ Gelöst verkündete Peter Ewert, Leiter der Agentur für Arbeit Krefeld, gestern die aktuellen Zahlen. Es sind die besten seit mehr als fünf Jahren: „Aktuell haben wir 12 319 Arbeitslose in der Stadt Krefeld – 1610 weniger als noch vor einem Jahr.“ Seine Erwartungen seien „deutlich übertroffen“ worden.
Was Ewert besonders freut: „Die Verlierer des Jahres 2006 sind die Gewinner von 2007: Langzeitarbeitslose haben überdurchschnittlich profitiert.“ Gegenüber dem Vorjahr ging ihre Zahl um 19,7 Prozent zurück. Auch die Entwicklung bei den Jugendlichen bleibe positiv: „Die Jugendarbeitslosigkeit ging in Krefeld um 10,8 Prozent zurück.“
Fit für die Zukunft
Neues Projekt „Wir werden die berufliche Weiterbildung intensivieren“, verspricht Arbeitsamtsleiter Peter Ewert. Titel des Projekts: „Krefeld – fit für die Zukunft“.
Startschuss Am 9. Januar treffen sich die Akteure – Arbeitsagentur, Stadt, Weiterbildungseinrichtungen.
13 Prozent mehr Stellenmeldungen
Die Kräftenachfrage habe im vergangenen Jahr deutlich über dem Vorjahresniveau gelegen. „Bei uns sind 6055 Stellenmeldungen eingegangen – 13 Prozent mehr als im Vorjahr.“ Sprunghaft angestiegen ist die Suche nach Elektrikern (+29 Prozent), Bürofachkräften (+ 37 Prozent), Warenkaufleuten (+ 44 Prozent) und Dienst- und Wachberufen (+320 Prozent). Nach wie vor spielten Zeitarbeitsfirmen eine wichtige Rolle: „Jede dritte offene Stelle wird über eine Zeitarbeitsfirma angeboten“, erklärt Ewert.
Während der US-Aktienmarkt schwächelt und der Rohölpreis explodiert, geht der Arbeitsmarkt nach Einschätzung Ewerts „sehr robust ins neue Jahr“. Vorerst werde die Arbeitskräftenachfrage anhalten, prognostiziert der Leiter der Arbeitsagentur.
Mit gezielten, kurzfristigen Weiterbildungsmaßnahmen will auch die Agentur dafür sorgen, dass die Firmen Arbeitskräfte in Krefeld finden. Ewertz’ Kasse ist gut gefüllt: Obwohl die Zahl der Arbeitslosen gegenüber dem Dezember 2006 um 11,6 Prozent sank, wurde sein mehr als 14 Millionen Euro schwerer Etat nicht angetastet, im Gegenteil: „2008 bekommen wir noch einen Arbeitsvermittler zusätzlich.“ Mehr als 80 Frauen und Männer der Arbeitsagentur kümmern sich dann um das so genannte Matching, sorgen also dafür, dass sich Arbeitgeber und Arbeitsloser finden.
Dass die Zahl der Arbeitslosen in Krefeld zurückgegangen ist, liege nicht nur an den Hartz-Reformen und der boomenden Wirtschaft, sondern auch an den Reformen innerhalb der Arbeitsagentur. Ewert: „80 Prozent unserer Arbeitsabläufe wurden umgestellt. Wir haben jetzt mehr Zeit für jeden einzelnen Arbeitslosen und durch unseren Arbeitgeberservice einen besseren Draht zu den Unternehmen.“
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