Krefeld: Weniger Verkehr auf der Königstraße
zuletzt aktualisiert: 26.08.2010Krefeld (RPO). Im Kampf gegen ein Fahrverbot auf der Königstraße hat die Interessengemeinschaft (IG) Ostwall den Autoverkehr zählen lassen – und kommt zu ganz anderen Ergebnissen als die im Entwurf des Luftreinhalteplans genannten 7000 Fahrzeuge.
"Aktuelle Zählungen im Juli 2010 haben an drei verschiedenen Tagen Werte zwischen 1750 und 2900 PKW ergeben", heißt es in einem Brief des Einzelhandelsverbands an die Bezirksregierung Düsseldorf. Die Zählung fand an drei Wochentagen im Juli außerhalb der Sommerferien statt.
Die Bezirksregierung sieht im Entwurf des Luftreinhalteplans für ein Teilstück der Königstraße ein Fahrverbot vor – die Stadt Krefeld hatte dagegen keine Einwände erhoben. An der Königstraße liegt der Schadstoffausstoß nach Berechnungen des Landesamtes für Naturschutz über erlaubten EU-Grenzwerten.
Die Geschäftsinhaber an der Königstraße befürchten bei einem Fahrverbot massive Umsatzeinbußen. Gestern schickte der Einzelhandelsverband Krefeld per E-Mail seine Stellungnahme zum Entwurf des Luftreinhalteplans, in der er fordert, aufs geplante Fahrverbot zu verzichten. Darin heißt es: "Die Sperrung der Königstraße ist eine derart kleinräumige Maßnahme, dass sie keine nennenswerte Auswirkung auf die Luftreinhaltung in der Stadt Krefeld hat. Außerdem steht zu erwarten, dass eine Teilsperrung der Königstraße das Verkehrsaufkommen in der Innenstadt nicht verringert, sondern nur verlagert." Der Verband wirft der Bezirksregierung vor, bei den Berechnungen "die zwischenzeitlich erfolgte erhebliche Verbesserung der Motortechnik bei Kraftfahrzeugen nicht in ausreichendem Maß berücksichtigt" zu haben.
Noch bis 30. August nimmt die Bezirksregierung Düsseldorf Einwände gegen den Entwurf entgegen. Mitte September soll der Luftreinhalteplan in Kraft treten.
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