Krefeld: Wie der neue Zoo-Finanzchef spart
VON JOCHEN LENZEN - zuletzt aktualisiert: 13.05.2009Krefeld (RPO). Vor einem Monat hat Frank Rusch die neu geschaffene Stelle des Kaufmännischen Leiters angetreten. Er will möglichst schnell viel Geld sparen. Er will eine schwarze Null als Geschäftsergebnis – trotz steigender Kosten.
"Mit Frank Rusch wird der vor vier Jahren in eine GmbH umgewandelte Zoo sehr viel selbstständiger", sagte Geschäftsführer und Zoodirektor Dr. Wolfgang Dreßen, als er gestern den neuen Kaufmännischen Leiter vorstellte. Der 42-jährige Essener ist als gelernter Bankkaufmann, fortgebildeter Betriebsorganisator und diplomierter Sparkassen-Betriebswirt mit Organisation, Verwaltung und auch Bauwesen bestens vertraut. Den Zoo kennt der begeisterte Heimwerker und Vater zweier Kinder seit acht Jahren als Besucher. Vor einem Monat hat er seine neue Aufgabe übernommen.
"Wir haben jetzt seit zwei, drei Jahren erstmals einen Überblick über alle Kosten", erläuterte Dreßen. Bisher verfügte der Zoo nur über eine Verwaltungsangestellte, die das Rechnungswesen für die Stadt als vormalige Eigentümerin vorbereitete. Ruschs Hauptaufgabe ist es nun, das Finanzwesen zu übernehmen und zu organisieren. Dazu gehört neben den investiven Maßnahmen vor allem das Management des Jahresetats von 3,6 bis 3,8 Millionen Euro (je zur Hälfte aus Eintrittsgeldern und städtischem Zuschuss) bei steigenden Unterhalts- und Personalkosten mit dem Ziel einer schwarzen Null.
Eintrittspreise
Da die Eintrittspreise einen wesentlichen Teil der Einnahmen ausmachen, stehen auch die Preise auf dem Prüfstand.
Derzeitige Preise Seit zwei Jahren zahlen Erwachsene acht, Kinder 3,50 Euro. Dazu gibt es ermäßigte Kombi-Karten.
Dreßen "Bisher leben wir von den Rücklagen. Ein mögliches leichtes Minus wird in diesem Jahr auf Beschluss des Aufsichtsrats aber nicht auf die Besucher abgewälzt."
Sparpotenziale aufgedeckt
"Ich habe mir inzwischen einen Überblick über die Arbeitsabläufe gemacht, Personen kennen gelernt und mir die Kostenstruktur vorgenommen, um zu sehen, wo sich möglichst schnell möglichst viel Geld einsparen lässt", sagte Rusch. "Dazu gehören beispielsweise die Energiekosten. Ich bin jetzt dabei, mir die von der Stadt übernommenen Verträge anzusehen und über Konditionen zu verhandeln." Dasselbe gilt für den Einkauf von Futter, wobei er auch durch Gespräche mit anderen Zoos Einsparpotenzial sieht. Grundsätzlich will Rusch das Controlling übers gesamte Jahr verbessern, um schneller reagieren und steuern zu können.
Um mehr Besucher anzulocken, will Rusch den Zoo in weiterem Umkreis bekannt machen, denn das Marketing gehört ebenfalls zu seinem Aufgabenbereich. "Ein erster Schritt ist die neu gestaltete Internet-Seite unter www.zookrefeld.de, die auch ins Niederländische übersetzt werden soll. Außerdem gelte es ein Modell zu erarbeiten, um potenziellen Sponsoren zu zeigen, was der Zoo zu bieten hat.
Attraktiver soll der Zoo im nächsten Jahr durch einen neu gestalteten Eingangsbereich mit neuem Zoo-Shop und Sanitäranlagen werden. Für 2010 ist auch der Neubau der Futtermeisterei auf dem künftigen neuen Gelände vorgesehen. Auch hier will Rusch noch sein Wissen über Organisation und Bauwesen in die Planung einbringen.
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