Krefeld: Wie die Polizei Brummis kontrolliert
VON TANJA BUCHHOLZ - zuletzt aktualisiert: 20.08.2009Krefeld (RPO). Kontrolle am Europaring/Ecke Adolf-Dembach-Straße: Die Polizisten schauten gestern den LKW in den Laderaum. Teile sind nicht ordnungsgemäß befestigt, der Wagen ist überladen. Die Bußgelder sind hoch. Leidtragende sind immer zuerst die Fahrer. Doch die Polizei zeigt Verständnis.
Wenn Krefelds Polizei LKW kontrolliert, beanstandet sie sind häufig die gleichen Dinge: Die Brummis sind überladen, die Fracht ist nicht ausreichend gesichert oder die Fahrer saßen zu lange hinterm Steuer. Auch bei der gestrigen Kontrolle am Europaring/Ecke Adolf-Dembach-Straße entsprachen nicht alle Wagen den Verkehrs-und Sicherheitsvorschriften.
Einsatzleiter Christoph Ploß, Polizeioberkommissar der Polizei Krefeld nimmt einen LKW unter die Lupe, der zu schwer beladen ist: "Das Metallteil ist nicht ausreichend befestigt und während der Fahrt verrutscht. Selbst die Spannkurte zur Befestigung sind nicht stabil genug und müssen ausgetauscht werden." Das Frachtstück, etwa vier Tonnen schwer, durchschlug sogar den Boden des Wagens.
LKW auf Autobahnen
Bis Ende Juni 2009 registrierte die NRW-Polizei 136 Lkw-Unfälle in Staus. Zwölf Menschen wurden getötet, 42 schwer und 180 leicht verletzt. Ein Lkw rast meist ungebremst in ein Stauende, Fahrzeuge werden zusammengeschoben.
"Der Fahrer hat das wahrscheinlich gar nicht bemerkt. Aber genau solche Situationen gefährden den Verkehr und können zu schweren Unfällen führen, etwa bei der Vollbremsung", erklärt Ploß. Die Bußgelder sind hoch und es sind die Fahrer, die zur Kasse gebeten werden und nicht etwa die Unternehmen, die die Fracht von A nach B verschicken. Um die Fahrzeuge fachgerecht zu kontrollieren, sind etwa 20 Personen im Einsatz: Mitarbeiter vom Zoll der Kontrollgruppe Schwarzarbeit", Polizisten aus Krefeld, Viersen und Mönchengladbach. Sie verlangen Papiere, Genehmigungen und inspizieren die LKW auf Mängel. Reifen werden kontrolliert, die Bremsleitung und die Achsen geprüft. Nach viereinhalb Stunden Fahrt, muss eine Pause von 45 Minuten eingelegt werden. Digitale Karten geben darüber Auskunft, wie lange ein Fahrer hinterm Steuer gesessen hat. "Meist sind die Fahrzeuge aus dem Osten in schlechten Zustand. Sie fahren, bis es nicht mehr geht. Es sind tickende Bomben", erklärt Polizei- Pressesprecher Dietmar Greger. Im Schnitt seinen 50 Prozent der LKW bei Routinekontrollen sind nicht in Ordnung. Die Fahrer zeigten sich in der Regel kooperativ. Auch der Fahrer, der gerade auf dem Weg zu Bayer ist, um Fracht abzuholen. Polizeioberkommissar Torsten Pempelfort hat auf einem Rollbrett die Unterseite des LKW inspiziert und keine Mängel festgestellt.
Lediglich der Urlaubsschein ist nicht korrekt ausgefüllt: "Weder Fahrer noch Unternehmen hat den Schein unterschrieben. Außerdem ist er per Hand ausgefüllt. Normalerweise kostet das 170 Euro ", erklärt Pempelfort. Doch der Fahrer kommt mit einer Verwarnung davon. Pempelfort weiß: "Die Fahrer sind die Leidtragenden. Sie werden schlecht bezahlt und in solchen Fällen zur Rechenschaft gezogen."
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