Krefeld: Wie die Stadt den Feinstaub bekämpfen will
zuletzt aktualisiert: 17.06.2009Krefeld (RPO). Die prognostizierte hohe Feinstaubbelastung für zahlreiche Krefelder Straßen hat am Mittwoch die Politiker im Umweltausschuss bewegt. "Es ist nicht mehr länger wegzudiskutieren – die Schuld am Feinstaub trägt der Autoverkehr", erklärte Frank Meyer (SPD).
Nach Berechnungen der Stadt werden insbesondere viel befahrene Straßenzüge mit dichter Wohnbebauung deutlich stärker belastet als es das Gesetz erlaubt. "Die Feinstaubbelastung ist in Krefeld in hohem Maße ein soziales Problem, denn in diesen Wohnungen leben überwiegend sozial benachteiligte Menschen", so der SPD-Politiker.
Federführend im Kampf gegen den Feinstaub ist die Landesregierung. Umweltminister Eckhard Uhlenberg (CDU) will bis Jahresende einen Luftreinhalteplan für Krefeld vorlegen. Ihm bleiben dafür noch 198 Tage. Die Zeit ist knapp, denn das Landesamt für Verbraucherschutz fordert für sämtliche zwölf untersuchten Gebiete im Stadtgebiet besseres Datenmaterial. So fußt die Feinstaub-Prognose der Stadt auf hochgerechneten Verkehrszahlen aus dem Jahr 2004.
Das Land will nun stattdessen mit Verkehrszählungen arbeiten, um so unter anderem den Anteil an Lkw-Verkehr genauer berechnen zu können. Davon hängt ab, welche Maßnahmen getroffen werden und ob Krefeld eine Umweltzone bekommt. Baudezernent Thomas Visser nannte den Zeitplan des Ministers "ein ehrgeiziges Ziel". "Wir wollen aber nicht den Fehler machen, den wir beim Aktionsplan Hafen gemacht haben", sagte Visser. "Wir brauchen die konkrete Verursacherzuordnung, damit die Maßnahmen auch wirklich greifen."
Eine Arbeitsgruppe – bestehend aus Vertretern der Stadtverwaltung, der IHK, der SWK, der Kreishandwerkerschaft und Umweltverbänden – soll am 1. Juli erstmals tagen und Maßnahmen beraten; unter Ausschluss der Öffentlichkeit.
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