Krefeld: Wie Krefelds Luft reiner wird
VON DIETER HILLA - zuletzt aktualisiert: 28.04.2009 - 16:08Krefeld (RPO). Weil die Feinstaubbelastung in Krefeld zu hoch ist, muss ein Luftreinhalteplan erstellt werden. Welche Konsequenzen hat dies für den Autoverkehr oder den Heizbetrieb? Umweltamtsleiter Helmut Döpcke erläutert es.
Hat der Luftreinhalteplan Auswirkungen auf den Straßenverkehr? Umweltamtsleiter Helmut Döpcke rechnet damit, dass sich der Plan schwerpunktmäßig damit befassen wird. Denkbar wäre die Einrichtung von Umweltzonen. „Ziel solcher Zonen ist es, die alten Dieselwagen herauszuhalten“, sagt er. Allerdings müsste so etwas gründlich geprüft werden. Derzeit würden die Erfahrungen anderer Städte mit solchen Zonen ausgewertet, um eine verlässliche Basis zu haben.
Gibt es andere Möglichkeiten als das Verbot alter Wagen? „Ja“, sagt Döpcke. So sei in Düsseldorf auf der Corneliusstraße die Feinstaubbelastung vor allem durch Busse hervorgerufen. Also hätte dort der Luftreinhalteplan festgelegt, nur neue Busse mit Rußpartikelfilter einzusetzen. Auf Straßen, die sehr stark von vielen Bussen genutzt würden, sei so etwas auch in Krefeld denkbar. Auch durch speziellen Straßenbelag oder Geschwindigkeitsbeschränkungen sei eine Reduzierung von Feinstaub möglich.
Schaden Umweltzonen den Händlern? Döpcke verneint. „Nach den Erfahrungen, die andere Städte gemacht haben, ist diese Sorge völlig unberechtigt.“ Ein Fahrverbot gelte nur für sehr alte Dieselwagen. In Krefeld wären davon nicht mal zehn Prozent der Autos betroffen. „Ob die Besitzer dieser Wagen eine besonders kaufkräftige Klientel sind, kann man sehr bezweifeln“, sagt Döpcke. Auch wenn das Verbot für verhältnismäßig wenig Wagen gelte, habe es große Folgen. „Ein alter Diesel macht so viel Feinstaub wie 40 neue“, weiß Döpcke.
Müsste der Lastwagenverkehr anders geregelt werden? Der Umweltamtsleiter hält es für möglich, dass der Lkw-Verkehr für bestimmte Straßenzüge verboten würde, ausgenommen bliebe dabei aber allerdings der Anlieferverkehr. Aber: „Wenn wir bestimmte Abschnitte für den Lkw-Verkehr sperren, macht dies nur Sinn, wenn wir den Verkehr anders besser leiten können. Wir wolle ja die Belastung nicht nur verschieben, sondern auch reduzieren.
Sind Einschränkungen für den Betrieb von Heizungen möglich? Döpcke bestätigt dies. Die Stadt könne bei Bebauungsplänen entsprechende Forderungen stellen, wenn dies der Emissionsschutz erfordert. Denkbar sei der Verbot von Ölheizungen bei Neubauten oder beim Austausch der Heizung.
Hat ein Luftreinhalteplan Auswirkungen auf den Betrieb von Kaminöfen? Das hält Döpcke für denkbar. „In Kaminen wird viel verbrannt, was gar nicht da hineingehört.“ Erlaubt sei nur Holz mit einer Restfeuchte unter zehn Prozent. Dennoch würden häufig feuchtes Holz oder gar Sperrholz verfeuert. Ein Luftreinhalteplan kann festlegen, dass die Stadt den Betrieb von Kaminöfen kontrolliert.
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