Krefeld: Wie Rektor nach Skandal Studiengebühren ausgeben will
VON ANDREAS GRÖHBÜHL - zuletzt aktualisiert: 12.11.2009 - 15:24Krefeld (RPO). Hermann Ostendorf, Präsident der Hochschule Niederrhein, und sein Team haben fünf Monate gebraucht, um die überzähligen 6,5 Millionen Euro aus Studiengebühren auszugeben.
Eigentlich hatte die Hochschule das Geld für Personalausgaben sparen wollen, doch Innovationsminister Andreas Pinkwart hatte dem Präsidium einen Strich durch die Rechnung gemacht.
Der größte Teil des Geldes geht in die Fachbereiche Maschinenbau und Verfahrenstechnik (961155 Euro) sowie Elektrotechnik und Informatik (951 058 Euro), es folgen Textil- und Bekleidungstechnik (872 060 Euro) und Chemie (785 656 Euro). 700000 fließen in die Verbesserung der Computer-Infrastruktur, unter anderem wird das W-Lan-Netz an der Hochschule ausgebaut.NRW-Innovationsminister Pinkwart hatte die Reduzierung oder Rückzahlung der Studiengebühren erwägt, sollten die 6,5 Millionen Euro nicht unverzüglich in die Verbesserung der Studienbedingungen investiert werden. "Der Minister hat uns Beine gemacht", sagt Hermann Ostendorf, will dies aber nicht als einzigen Grund für die Ausweitung des Programms "Qualität der Labore" gelten lassen. Auch die überraschende Zahl der Projektanträge, die die Professoren an die Hochschule hatten, habe eine Rolle gespielt.
Mit diesem Programm erfüllt die Hochschule ihren Professoren nun im Wesentlichen diese Wünsche. "Wir verbessern nun vor allem die Ausstattung der Labore", sagt der Hochschul-Präsident. Neue Maschinen werden gekauft, die Laborplätze erweitert, damit sich weniger Studenten einen Laborplatz teilen müssen.
Am 8. Juni hatte Minister Pinkwart die Planung der Hochschule über den Haufen geworfen. Seitdem habe die Verwaltung Sondergeschichten geschoben, um die neue Finanzplanung zu erstellen, sagte Ostendorf. Anfang November wurde die letzte Geldausgabe bewilligt. Die Hochschule wird nun laut Präsidium "eine rote oder schwarze Null" schreiben.
Obwohl er mit seiner ursprünglichen Finanzplanung scheiterte, wollte Ostendorf nicht von einer persönlichen Niederlage sprechen. "Dass derjenige, der uns finanziert Wünsche und Vorstellungen hat, die unseren entgegenstehen, ist normal", sagte er.
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