Krefeld: „Wir wehren uns gegen NPD-Zentrale“
VON MARTIN RÖSE - zuletzt aktualisiert: 07.11.2007Krefeld (RPO). So viel steht fest: In diesem Jahr wird die NPD in Krefeld wohl keine so genannte Rheinland-Zentrale mehr eröffnen. Die rechtsextremistische Partei wollte eine 36 Quadratmeter große Eigentumswohnung an der Lindenstraße bei einer Zwangsversteigerung kaufen – ausgerechnet am 9. November, dem Jahrestag der Pogromnacht.
In der Zweiraumwohnung, deren Zwangsversteigerung bereits seit vier Jahren betrieben wird, sollte die Parteizentrale der NPD entstehen. Daraus wird nun vorerst nichts. Der Termin der Versteigerung wurde vom Gericht aus organisatorischen Gründen vertagt, gestern gab das Amtsgericht das neue Datum bekannt: Erst am 25. Januar 2008 wird in der Sache 423/K/191/2003 verhandelt.
Bei den Anwohnern hat die Ankündigung dennoch für Entsetzen gesorgt. „Gerade hier in der Straße wohnen sehr viele Menschen mit Migrationshintergrund“, erklärt Inge Krämer. Die 58-Jährige lebt seit drei Jahren in einer Wohnung an der Lindenstraße, nur wenige Häuser von dem Objekt entfernt. Gestern hat sie Flugblätter verteilt. „Liebe Nachbarinnen und liebe Nachbarn, wehren wir uns gemeinsam gegen die Errichtung einer NPD-Zentrale in unserer Straße“, heißt es in dem Schreiben. „Wir haben 200 Exemplare verteilt, sind mit vielen Nachbarn ins Gespräch bekommen“, erklärt Krämer, die sich auch in dem Krefelder Bündnis für Toleranz und Demokratie engagiert. Viele hätten sich besorgt gezeigt. „Sollen wir besser wegziehen?“, sei sie gefragt worden.
Ihre Hoffnung: „Dass die Wohnstätte die Wohnung kauft.“ Bündnisinitiator Albert Koolen befürchtet: „Das muss die NPD nicht davon abhalten, eine andere Wohnung zu kaufen, möglicherweise über Strohmänner.“
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