Krefeld: Wirte gegen Rauchverbot
VON ISABELLE DE BORTOLI - zuletzt aktualisiert: 03.03.2007Krefeld (RPO). Das Rauchverbot in Gaststätten kommt – wie genau, das ist in NRW allerdings noch unklar. Viele Krefelder Gastronome rechnen mit Umsatzeinbrüchen, sollten die Gaststätten komplett rauchfrei sein.
„Ich halte nichts von einem kompletten Rauchverbot“, sagt Klaus Wiewrodt, Wirt des Dachsbau. „Ich erwarte höllische Nachteile für meinen Betrieb, wenn bei uns nicht mehr geraucht werden darf.“ Zur Zeit habe man einen eignen, abgetrennten Nichtraucherbereich, die Webstube. „Wir haben da 50 Plätze, aber mehr als drei bis vier Tische sind am Abend nie belegt. Die Leute wollen vorne sitzen, da, wo geraucht wird.“ Wenn da alles voll sei, gingen die meisten lieber nach Hause, anstatt sich in den Nichtraucherbereich zu setzen. Sollte das neue Gesetz es zulassen, möchte Klaus Wiewrodt in jedem Fall einen abgeschlossenen Raucherbereich einrichten. „Aber wie das ganze in NRW genau umgesetzt werden soll, weiß man ja noch nicht.“
Grundsätzlich rauchfrei
Grundsätzlich haben sich die Minister auf ein Rauchverbot in der Gastronomie geeinigt.
Ausnahmen sollen für abgetrennte Nebenräume gelten.
NRW und Niedersachsen behalten sich bisher die Möglichkeit vor, reine Raucherkneipen zuzulassen.
Bundesweit soll das Rauchverbot ab 1. September u.a. für Bahnhöfe, Züge, Busse, Flugzeug gelten.
Umbau ausgeschlossen
Am liebsten würde Frank Heinzen seine „Klarsicht“ aufteilen: Nichtraucher im Speisebereich, Raucher an der Bar. „Ich wäre völlig damit einverstanden, den Restaurantbereich zur absoluten Nichtraucherzone zu erklären“, betont der Wirt. „Aber an der Bar sollte man weiter rauchen dürfen.“ Auch er will erstmal genau abwarten, wie das Gesetz in NRW verabschiedet wird. „Denn nachher investiert man jetzt 5000 Euro, um einen abgeschlossenen Raucherbereich zu bauen, und dann heißt es plötzlich doch wieder ,komplett rauchfrei’.“
Einen Umbau schließt Viktor Furth, Inhaber des Nordbahnhofs, für seine Gaststätte kategorisch aus. „Wir werden die schöne Architektur des Nordbahnhofs nicht durch Baumaßnahmen verändern.“ Wie er auf das Rauchverbot reagieren wird, möchte Furth erst entscheiden, wenn das genaue Gesetz steht.
„Das Rauchverbot wird unseren Umsatz schon trüben, zumindest vorübergehend“, befürchtet auch Fabio Cassone, Geschäftsführer des Café In. Er rechnet damit, dass die Gäste eine Zeit der Umgewöhnung brauchen. „In Italien darf ja seit ein paar Jahren in Gaststätten nicht mehr geraucht werden. Dort funktioniert das gut, und die Luft in den Cafés ist toll.“ Für die Südländer sei es aber eben ganz normal, viel im Freien zu sein, ihn mache die „Zigarette vor der Tür“ nichts aus.
Am besten wäre es laut Cassone, einen Platz für die Raucher in den Restaurants zu finden, wo sie ungestört qualmen dürfen. „Bei uns im Cafè In ist das architektonisch nicht möglich. Wir haben aber das Glück, dass unsere neue Terasse überdacht und beheizbar ist, so dass dort nicht nur Raucher auch bei kühleren Temperaturen draußen sitzen können.“
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