Krefeld: Wo Feinstaub Probleme macht
VON MARTIN RÖSE - zuletzt aktualisiert: 16.06.2009Krefeld (RPO). An vielen Straßen ist die Feinstaubbelastung nach Berechnungen der Stadt deutlich höher als gesetzlich erlaubt. Bis Ende des Jahres muss darum ein Luftreinhalteplan her. Das Land will aber erst weitere Berechnungen durchführen.
Die Politiker werden heute Nachmittag im Umweltausschuss erst lila sehen – und dann vielleicht schwarz. Auf Wunsch der Fraktionen wird Umweltamtsleiter Helmut Döpcke die Ergebnisse der Feinstaubberechnungen für verschiedene Straßen im Stadtgebiet vorstellen. Zahlreiche Straßenzüge in Krefeld sind in den Grafiken, die den Politikern präsentiert werden, lila eingefärbt. Das bedeutet: Hier wird der gesetzlich erlaubte Grenzwert von 40 Mikrogramm Feinstaub je Kubikmeter Luft im nächsten Jahr an 50 Tagen und mehr überschritten. Erlaubt sind nur 35 Überschreitungstage pro Jahr.
Die Feinstaub-Problemzonen
Gesundheitsgefahr
Feinstaub Dringen mikroskopisch kleine Stäube in den menschlichen Körper ein, können Erkrankungen der Atemwege und des Herz-Kreislaufsystems die Folge sein.
Stickstoffdioxid Eingeatmetes Stickstoffdioxid löst Kopfschmerzen und Schwindel aus. Höhere Konzentrationen können zu Atemnot und Lungenödemen führen.
Anwohner können vor Gericht eine Reduzierung der Feinstaubbelastung aufs gesetzlich erlaubte Maß einklagen – wenn nicht bis Jahresende ein Luftreinhalteplan erstellt wird. Genau das hat das Land NRW vor. "Es ist vorgesehen, den Entwurf des Luftreinhalteplans Krefeld im Rahmen der gesetzlich vorgeschriebenen Öffentlichkeitsbeteiligung im Herbst bekannt zu geben und den endgültigen Plan noch im Jahr 2009 fertigzustellen", erklärte Umweltminister Eckhard Uhlenberg (CDU) kürzlich im Landtag. Ihm bleiben 199 Tage Zeit.
Dies sind Krefelds Feinstaub-Problemzonen: Ostwall, St.-Anton-Straße, Königstraße, Nordwall, Oranierring, Nassauerring (zwischen Hülser und Blumentalstraße), Kreuzungsbereich Moerser Straße/Blumentalstraße, Gladbacher Straße nördlich und südwestlich des Kreuzungsbereichs Gladbacher Straße/Obergath/Heideckstraße, Kölner Straße südlich der Hafelsstraße mit Kreuzungsbereich Kölner Straße/Hafelsstraße sowie Kölner Straße nördlich des Kreuzungsbereiches Unter-/Obergath und Kreuzungsbereich Kölner Straße/Gath. "Es ist davon auszugehen, dass weitere Straßen von deutlichen Überschreitungen der Grenzwerte für Feinstaub betroffen sind", heißt es in der Vorlage der Stadtverwaltung.
Das Landesamt für Verbraucherschutz NRW fordert nun, weitere Berechnungen mit aktualisierten und detaillierten Emissionsdaten aus dem Straßenverkehr durchzuführen, da für die Planung von Verkehrsmaßnahmen detailliertere Berechnungen erforderlich seien. Christoph Bönders, umweltpolitischer Sprecher der Grünen, hat indes schon heute Ideen, wie sich die Feinstaubbelastung reduzieren lässt: "Krefeld braucht eine Umweltzone. Radfahren muss attraktiver werden. Und die SWK sind in der Pflicht, ein attraktiveres Nahverkehrsangebot für die Innenstadt anzubieten – zu attraktiveren Preisen."
Umweltausschuss Heute, 17 Uhr, Rathaus, Saal C 2. Die Sitzung ist öffentlich.
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