Krefeld: Wohnstätte fordert Widerruf von FDP
zuletzt aktualisiert: 22.08.2009Krefeld (RPO). Erst war es ein Streit von FDP und CDU, seit gestern greift in diesen auch eine städtische Gesellschaft ein. Thomas Siegert, Geschäftsführer der Wohnstätte, wird am Montag einen Brief an die FDP senden, in dem er eine Unterlassungserklärung und einen Widerruf fordert. Er fürchtet um den Ruf seiner "Wohnstätte". Die FDP reagierte mit einer Pressekonferenz.
Das war passiert: Die FDP hatte Anfang der vergangenen Woche ein achtseitiges Papier an alle Krefelder Haushalte versendet. Dort steht: "Alles was nicht offiziell über den Rat und den städtischen Haushalt finanziert werden kann, wird in eine dieser unzähligen Gesellschaften verschoben. Manchmal werden sogar ,Briefkastenfirmen' hierfür gegründet. So wurde das Millionen-Projekt Krefeld-Arena über die Bau GmbH abgewickelt; eine Ein-Mann-Firma." Über diese Passage ärgert sich Siegert, gleichzeitig Geschäftsführer der Krefelder Bau GmbH, Schwestergesellschaft der Wohnstätte AG: "Das ist für uns rufschädigend. Wir sind keine Briefkastenfirma. Ich bin verpflichtet, Schaden von der Gesellschaft abzuwenden, deshalb die juristischen Schritte." Zehn Tage habe die Krefelder FDP jetzt Zeit, die Unterlassungserklärung zu unterzeichnen und die Passage öffentlich zu widerrufen. "Andernfalls überlegen wir uns weitere Schritte."
KöPa als dritte Eissporthalle
FDP-Fraktionschef Joachim C. Heitmann erklärte die Absichten seines Wahlkampfpapiers gestern sachlich, ohne auf die juristische Auseinandersetzung mit der Bau GmbH einzugehen. Seine Argumente: Vom König-Palast profitiere die breite Bevölkerung nicht. Heitmann schlägt eine alleinige Nutzung des KöPa als dritte Eissporthalle vor, ohne andere Veranstaltungen. Er kritisierte, dass Gesellschaften wie EGN oder SWK Sportveranstaltungen überhaupt sponsern. Diese Form von Werbung würde sich nicht auszahlen. "Ich gehe davon aus, dass die Gesellschaften das Sponsoring nicht von sich aus machen, sondern gefragt werden." Verwundert sei er darüber gewesen, dass CDU-Fraktionschef Fabel sich nicht zu den Regio-Vorwürfen im Papier geäußert habe.
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