Krefeld: Wut auf Verkehrsminister
VON SEBASTIAN PETERS - zuletzt aktualisiert: 03.10.2009Krefeld (RPO). CDU-Fraktionschef Fabel hat sich per Brief bei NRW-Verkehrsminister Lutz Lienenkämper beschwert. Krefeld werde bei allen verkehrspolitischen Themen benachteiligt, sowohl auf der Schiene als auch auf der Straße.
Es ist ein Schriftwechsel zwischen zwei CDU-Politikern – mit dem Ergebnis ist der eine, Krefelds CDU-Fraktionschef Wilfrid Fabel, so unzufrieden, dass er jetzt einen Brief des NRW-Verkehrsministers Lutz Lienenkämper (CDU) öffentlich machte. Lienekämpers Schreiben dokumentiere, dass Krefeld in der Landesverkehrspolitik aufs Abstellgleis gerät. Jürgen Wettingfeld, Verkehrsexperte der CDU in Krefeld, sagt: "Das Land lässt uns links liegen. Die Interessen von Krefeld und dem linken Niederrhein werden in Düsseldorf kaum beachtet."
Im Kern geht es um einige der wichtigsten verkehrspolitischen Weichenstellungen.
Das war passiert
Fabel hatte Mitte Juni 2009 Lienenkämper per Brief die Krefelder Brennpunkte mitgeteilt.
Lienenkämper antwortete Mitte August. Fabel reichte den Brief diese Woche an die Presse – nach den Wahlen in Bund und Stadt.
Kein Intercity-Anschluss Die CDU fordert, dass Krefeld an die Intercity-Verbindung "Mitte-Deutschland" angebunden wird – sie führt von Düsseldorf, Paderborn, Kassel nach Erfurt. Lienenkämper schreibt, sein Ministerium habe keinen Einfluss auf Bahn-Entscheidungen. Wettingfeld: "Dann muss er eben Einfluss geltend machen. Eine Stadt mit 250 000 Einwohnern muss besser an den internationalen Schienenverkehr angebunden werden." Er kritisiert zudem, dass Krefeld nicht an den geplanten "Rhein-Ruhr-Express" angebunden ist.
Rheinquerung/U 81 Krefeld wünscht sich eine direkte Anbindung an den Düsseldorfer Flughafen, die geplante U-Bahn-Linie 81 soll von Krefeld und Meerbusch über eine noch zu bauende Rheinbrücke dorthin führen. Auch hier halte sich der Minister zurück, moniert Manfred Läckes von der CDU.
A 57 Krefeld drängt auf die Tunnellösung, die CDU hatte zwischenzeitlich angeregt, einen Teil bis Oppum sechsspurig mit Lärmschutz und Flüsterasphalt auszubauen. Lienenkämper schreibt, man müsse "dem volkswirtschaftlichen Nutzen Rechnung tragen". Wettingfeld: "Das reicht uns nicht aus, es kann nicht nur um Nutzen gehen, sondern auch um den Profit der Krefelder." Vielleicht laufen bald die Gespräche mit dem (CDU?)-Verkehrsminister im Bund besser.
Westtangente Ein Krefelder Dauer-Wunsch – eine Tangente von der Venloer Straße westlich an Schicksbaum vorbei bis zur A 44. "Die westliche Innenstadt muss endlich vom Verkehr entlastet werden", fordert CDU-Mann Jürgen Wettingfeld. Minister Lutz Lienenkämper aber schreibt: "Der Neubau der B 9n, Westtangente Krefeld, ist nachrangig. Planerische Aktivitäten erfolgen daher nicht."
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