Krefeld: Zentrale Rolle für Rheinhafen
VON OTMAR SPROTHEN - zuletzt aktualisiert: 27.10.2009Krefeld (RPO). Die privaten Bahnen von Bonn bis Duisburg sollen zusammengefasst und mit dem Massentransport auf dem Rhein vernetzt werden. Der Krefelder Hafen soll nach diesem Plan ein Umschlagzentrum werden.
Die großen Reserveflächen des Hafens sollen für einen Ausbau der Logistikbranche genutzt werden. Neben den Transport von Massengütern auf dem Rhein soll eine Vernetzung aller Privatbahnen zwischen Bonn und Duisburg treten. Dieser Privatbahnverbund würde die von der Hafenbahn und den SWK betriebenen Bahngesellschaften integrieren. Erste Berechnungen ergeben, dass man die Preise der Deutschen Bahn für den Gütertransport spürbar unterbieten kann. Damit würde der Krefelder Hafen langfristig zu einem wichtigen Containerumschlagplatz wachsen, denn die rheinaufwärts gelegenen Häfen können sich nicht weiter ausdehnen. Diesen Blick in die Zukunft des Krefelder Hafens tat die NRW-Bank zusammen mit der IHK Mittlerer Niederrheinund der Krefelder Wirtschaftsförderungsgesellschaft bei einem Pressefrühstück in der historischen Weinbrennerei Dujardin.
Krefeld folgt nicht NRW-Trend
Um 26,7 Prozent lag die Summe der von der NRW-Wirtschaft beantragten Kredite unter dem Wert des Vorjahres. "Die Zinsen für Unternehmerkredite sind stärker gestiegen als der Durchschnittszins", sagte Dietmar Binkowska, Vorstandsvorsitzender der NRW-Bank. "Die Banken lassen sich das gestiegene Risiko honorieren. Es gibt keine Kreditklemme, wenn man sie bezahlen kann." Viele mittelständische Unternehmen wollten mit Neuinvestitionen die nächsten zwei Jahre noch abwarten, da sie der wieder anziehenden Konjunktur misstrauten. In Krefeld hat die NRW-Bank entgegen dem Landestrend wesentlich mehr Fördermittel vergeben als im Vorjahr. Als Existenzgründungs- und Förderbank hat sie flexible "Krisenprodukte" entwickelt, die mittelständische Firmen auch in schwierigen Fällen mit neuer Liquidität versorgen.
Gerade die stark exportorientierten Unternehmen haben die Krise genutzt, sich neu aufzustellen. Das eng mit diesen Unternehmen verflochtene Transportgewerbe soll durch neue Entwicklungen am beginnenden Aufschwung teilhaben. "Da wird sich was tun, wenn die Konjunktur anspringt", meint IHK-Geschäftsführer Bernd Neffgen, "die großen Industriebetriebe und die Transportwirtschaft werden aufblühen. Schließlich geht es auch um Arbeitsplätze." Befürchtungen, dass die Südanbindung des Rheinhafens im Wege sein könnte, hat er nicht. "Derzeit wird die Nordanbindung planerisch optimiert; und die Südanbindung steht immer noch im Flächennutzungsplan", ist Neffgen optimistisch.
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