Krefeld / Neuss: Zoll vernichtet 10.000 gefährliche Spielzeuge
zuletzt aktualisiert: 04.08.2010 - 17:21Der Lärm an der Duisburger Straße im Neusser Hafen war ohrenbetäubend: Über ein Förderband liefen gefährliche Spielzeuge, Scherzartikel und Plagiate in einen Schredder und wurden hier vernichtet. Der Zoll in Neuss hatte die illegalen Waren aus Fernost in den letzten Monaten beschlagnahmt. Jetzt wurde „Kleinholz“ daraus gemacht, mehr als 10.000 Produkte wurden unter anderem aus Sicherheitsgründen zerstört.
„Die gesamten Waren haben wir in Container-Lieferungen aus Südostasien gefunden“, sagt Zollobersekretär Markus Mertens. Der 31-Jährige und seine Kollegen werden regelmäßig hellhörig, wenn neue Lieferungen aus Fernost kommen. „Da stehen in einem riesigen Container oft etliche ganz unverfängliche Kartons, beispielsweise voll mit Regenschirmen. Die sind natürlich unproblematisch“, so Mertens, „weiter hinten finden sich dann aber plötzlich jede Menge Kartons mit Laserpointern, MP3-Playern oder DVBT-Fernseh-Receivern.“
Häufig würde es sich dabei um gefährliche Spielzeuge oder Billig-Plagiate handeln. „Die Waren sollen in Deutschland in großen Internet-Auktionshäusern, in 1-Euro-Shops oder auf Trödelmärkten verkauft werden“, sagt Zoll-Sprecher Alwin Bogan, „das wollen wir zum Schutz der Verbraucher verhindern.“
Hintergrund
Schaden 2009 konnte der Zoll in Deutschland illegale Produkte im Gesamtwert von 363 Millionen Euro sicherstellen. „Der deutschen Wirtschaft entsteht durch gefälschte Jeans, Hemden oder Handtaschen pro Jahr ein Schaden von bis zu 50 Milliarden Euro“, erklärte Plagiatsexpertin Christine Lacroix.
Verhindern „Jeder Urlauber, der in der Türkei, in Griechenland oder Spanien solche gefälschten Sachen kauft, trägt ein Stückweit dazu bei, dass dieser große Schaden entsteht.“
Was als Spielzeug, Scherz- oder Elektronik-Artikel harmlos aussieht, ist es meist nicht. So ist ein silbernes Feuerzeug in Form einer kleinen Pistole nicht einfach nur ein Feuerzeug. „Je nachdem, wo man das Ding anfasst, erleidet man einen Stromschlag. Das Gerät soll ein Scherzartikel sein“, sagt Zollfahnder Mertens. In einem anderen Fall ist die Strahlkraft eines Laserpointers 20 Mal so stark, wie laut EU-Norm erlaubt. „Wenn Sie direkt in den Strahl schauen, können Sie erblinden“, sagt Zoll-Sprecher Bogan.
Ebenfalls sichergestellt wurden „tanzende Teddybären“ mit giftigem Klebstoff, Holzeisenbahnen mit abblätternder, giftiger Farbe, Plastik-Schnuller mit LED-Beleuchtung, die Weichmacher enthielten und Nachbauten diversester Elektronik-Teile wie Weihnachtslichterketten. Das alles wurde nun zermahlen.
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