Krefeld: Zwei Jahre Haft für Menschenhändlerin
zuletzt aktualisiert: 08.09.2009Krefeld (RPO). Wegen Zuhälterei in Tateinheit mit Menschenhandel zum Zweck sexueller Ausbeutung haben sich am Montag eine 38-jährige Frau aus Wuppertal und ein 60-jähriger Geschäftsmann aus Düsseldorf vor dem Krefelder Schöffengericht verantworten müssen.
Das Gericht verurteilte die Hauptangeklagte zu zwei Jahren Haft auf Bewährung und einem Schmerzensgeld von 3000 Euro. Der Mitangeklagte wurde wegen Beihilfe in einem Fall zu einer Bewährungsstrafe von anderthalb Jahren Haft und einem Schmerzensgeld von 15.000 Euro verurteilt.
1000 Euro pro Woche
Die 38-Jährige hatte mit unbekannten Helfern zwei Frauen aus Nigeria unter Vorspiegelung falscher Tatsachen in das Bundesgebiet eingeschleust. Eines ihrer Opfer, ein zur Tatzeit 15-jähriges Mädchen, hatte in einem Eros-Center in Krefeld arbeiten müssen. Die Hauptangeklagte hatte die Tat schon gleich zu Beginn der Verhandlung durch ihren Verteidiger einräumen lassen. Da sie illegal eingereist waren, hatten die Geschädigten jeweils 55.000 Euro für die Einschleusung ins Bundesgebiet zahlen sollen. Diese Summe sowie weiteres Geld für einen gefälschten Pass und Kleidung hatten sie abarbeiten sollen.
In Krefeld und Oberhausen mussten die Frauen der Prostitution nachgehen und dabei 1000 Euro pro Woche erwirtschaften. Aufgrund des Geständnisses der Wuppertalerin hatte die Staatsanwältin eine milde Bewährungsstrafe von zwei Jahren für ausreichend erachtet. Für den Mitangeklagten hatte sie wegen Beihilfe in einem Fall eine Bewährungsstrafe von einem Jahr und fünf Monaten gefordert. Die Geschädigte hatte angegeben, dass er sie immer wieder über Stunden hinweg in sein Auto gesperrt und zum Teil auch die Einnahmen in Krefeld abgeholt habe.
Der 60-Jährige hatte seine Tatbeteiligung allerdings abgestritten. Die Mitangeklagte sei seine ehemalige Lebensgefährtin gewesen, berichtete er. Sie habe ihm erzählt, das Mädchen sei ihre Schwester. Daraufhin habe er sie einige Tage bei sich wohnen lassen. Er habe zwar gewusst, dass sie der Prostitution nachgehe, sich aber nichts dabei gedacht.
Sein Anwalt führte aus, dass der Mann zu gutgläubig gewesen sei. Die Frauen seien durch eine Organisation mit Sitz in Nigeria nach Deutschland gebracht worden. Diese Organisation arbeite professionell und vermittle Frauen mit Hilfe eines Priesters nach Deutschland.
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