Fußball: Ailton: "Uerdingen? Kenn' ich nicht"
VON OLIVER SCHAULANDT - zuletzt aktualisiert: 20.10.2009Der Vorsitzende des KFC Uerdingen, Lakis, hat Ailtons Berater gestern eine Garantie gemailt, für sein Gehalt gerade zu stehen. Der Brasilianer aber sagt, er habe mit Lakis noch nie gesprochen. Dem wiederum widerspricht der KFC.
Krefeld / Fußball Agissilaos Kourkoudialos hat einen Traum. Der Vorsitzende des Fußball-Niederrheinligisten KFC Uerdingen, den alle nur Lakis nennen, möchte mit den Blau-Roten lieber heute als morgen zurück auf die große Fußball-Bühne. In fünf Jahren in die dritte Liga, das ist das große Ziel des Griechen.
Und um das zu erreichen, will er, wie berichtet, den früheren Bundesliga-Torschützenkönig Ailton in die Grotenburg holen. "Wir haben schon am Sonntag über erste Zahlen gesprochen", sagte Lakis gestern der RP. "Aber seine Vorstellungen (eine sechsstellige Summe, die Red.) kann der KFC nicht stemmen. Das müsste komplett über meine Firma laufen."
Was merkwürdig ist: Ailton, dessen Vertrag beim chinesischen Club Chongqing Lifan (dort ist der frühere Stuttgarter Meistermacher Arie Haan Trainer) zum 31. Oktober ausläuft und der dann ablösefrei zu haben ist, dementierte gestern die Anfrage: "Uerdingen? Kenn' ich nicht."
Drei Anfragen
Im Werben um den Brasilianer hat der KFC Uerdingen Konkurrenz bekommen, verriet der 36 Jahre alte Stürmer in einem Online-Interview. Er habe drei Anfrage: eine aus Europa, eine aus Asien und eine aus Mexiko.
Letzteres käme für den "Kugelblitz" allerdings nicht in Frage: "Ich habe Angst vor der Schweinegrippe, da gehe ich nicht hin", sagte Ailton. Interesse soll angeblich auch der Verbandsligist VfB Süsterfeld (bei Kassel) haben, wo Ex-Profi Karsten Hutwelker Trainer ist.
Was aber nicht unbedingt für sein Gedächtnis spricht: Am 27. November 2001 spielte er mit Werder Bremen im Pokal in der Grotenburg – und unterlag mit 4:5 nach Elfmeterschießen. Sei's drum. Gestern sagte er jedenfalls noch: "Mit diesem Präsidenten habe ich noch nie gesprochen. Ich bin ganz ehrlich: Die dritte Liga ist okay, aber die sechste? Das ist echt hart..."
Lakis kommentierte diese Aussage so: "Ich habe mich zuerst nicht getraut zu sagen, in welcher Liga wir spielen. Als Ailton das erfahren hat, hat er ganz schön geschluckt. Und sein Berater sprach schon von Schmerzensgeld statt von Gehalt..." Auch KFC-Geschäftsstellenleiter Lutz Spendig bestätigte die Gespräche: "Wir waren in einer Dreiertelefonleitung, und ich habe mitgehört. Das ist nicht bloß ein PR-Gag."
Lakis ist sicher, dass der sensationelle Coup hinhauen könnte. "Ich bin von dem Transfer überzeugt, aber es muss im Rahmen bleiben. Ich bin mir sicher, dass er uns verstärken würde, denn wer in der chinesischen ersten Liga spielt, kann das auch bei uns in der sechsten. Er hat mir gesagt, dass es für die Erste oder Zweite Liga nicht mehr reichen würde, aber darunter schon.
Bei uns würde er einen Vertrag über anderthalb Jahre bekommen." Auch KFC-Sprecher Marc Peters bestätigte: "Wir haben seinem Berater am Montag gemailt, dass die Lakis Group für Ailtons Gehalt gerade stehen wird. Wir wollen ihn auch bei der Suche nach einer beruflichen Perspektive nach seiner Karriere unterstützen. Bis Ende der Woche wollen wir die Rahmendaten abstecken."
Der Kontakt zu Ailton sei über einen persönlichen Bekannten Lakis' entstanden. "Ich hatte schon vor einem Jahr den Gedanken, Ailton zu verpflichten", sagte der KFC-Boss. "Und jetzt habe ich mich wieder daran erinnert."
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum

