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Ringen: Aline Focken ist deutsche Nr.1

VON MICHAEL LAUMEN - zuletzt aktualisiert: 08.02.2012 - 13:54

Ringen (RP). Der Bundestrainer der Frauen-Ringer, Jörg Helmbach, hat die Krefelderin in der Klasse bis 63 Kilo an die Spitze der nationalen Rangliste gesetzt. Für die 20-Jährige ist dies ein wichtiger Schritt zu den Olympischen Spielen 2012.



Ringerin aus Krefeld trainiert für Olympiaqualifikation

Ringen Die gute Nachricht erreichte Ringerin Aline Focken vom KSV Germania Krefeld per SMS: Frauenbundestrainer Jörg Helmdach hat sie im Limit bis 63 Kilo auf Platz eins der deutschen Rangliste gesetzt. Damit darf sie für Deutschland im April bei den beiden wichtigsten Olympia-Qualifikationsturnieren in Sofia und Helsinki antreten. Ihre national schärfste Konkurrentin um das Olympiaticket, Yvonne Englich, kann dagegen nach ihrer Niederlage vom Wochenende gegen Aline nur beim dritten Qualifikationsturnier in Asien starten (die RP berichtete).

Entschieden ist damit zwar immer noch nicht, ob die blonde Krefelderin in London um olympischen Edelmetall ringen darf, doch der erste Schritt ist getan. Die Vorgaben des Deutschen Ringer Bundes sind scharf. Sie muss in einem der Qualifikationsturniere mindestens das Finale erreichen. "Das wird sehr schwer, weil sie auf die internationale Elite trifft", sagt ihr Vater und Trainer Georg Focken.

Info

Aline Focken

Geburtsdatum: 10. Mai 1991

Wohnort: Krefeld-Hüls

Verein: KSV Germania Krefeld

Größe: 1,76 m

Stilart: Freistil Junioren-Frauen

Deutsche Meisterschaften: 1. Platz: 2009 und 2011, 3. Platz 2010

Internationale Erfolge: 2009: 3. Platz Junioren-EM in Tiflis, 2010: 3. Platz Großer Preis von Deutschland in Dormagen, 1. Platz Junioren-EM in Samokow, 3. Platz Junioren-WM in Budapest, 2011: 2. Platz Junioren-WM in Bukarest

"Doch im Spitzenbereich ist das Leistungsniveau recht ausgeglichen und Aline hat schon mehrfach bewiesen, dass sie da bestehen kann. An einem guten Tag ist alles drin." Vor allem beim ersten Qualifikationsturnier in Sofia rechnet er sich Chancen für seine Tochter aus, weil hier "nur" die besten Europäerinnen antreten. In Helsinki und auch in Asien beim Turnier von Yvonne Englich sind dann gleich die Besten der gesamten Welt am Start.

Wie eng es auf internationaler Ebene zugeht, musste Aline erst am Wochenende erleben. Beim internationalen "Dan Kolov - Nikola Petrov Turnier" in Sofia/Bulgarien unterlag die Deutsche Meisterin zunächst der schwedischen WM-Bronzemedaillengewinnerin von 2010, Henna Johannson, 0:1 und 1:2 und im abschließenden Kampf der dreifachen Europameisterin Monika Michalik aus Polen ebenfalls denkbar knapp 0:1 und 0:1. Dazwischen aber lag der so wichtige und mit 1:0 und 2:0 ungefährdete Sieg gegen Yvonne Englich. Focken wurde Fünfte, Englich nur Achte. Da das Turnier als offizielles DRB-Sichtungsturnier galt, gab dieser Erfolg schließlich den Ausschlag für die 20 Jahre alte Krefelderin.

Starke Frau: Aline Focken, hier im Trainingsduell mit Artur Eisenkrein vom KSV Germania, will sich mit der Teilnahme an den Olympischen Spielen einen Traum erfüllen – und möglichst auch eine Medaille in London gewinnen. Foto: Lammertz

Der Status als nunmehr offizielle deutsche Nummer eins in der 63 Kilo-Klasse hat für Aline Focken gleich mehrere Vorteile. So darf sie beim internationalen Turnier in der Ukriane und bei der Europameisterschaft der Frauen - beides noch in diesem Monat - jeweils in der nächsthöheren Gewichtsklasse bis 67 Kilo antreten. "Wir können uns also ganz auf die Wettkampfvorbereitung konzentrieren und müssen nicht noch aufs Gewicht achten", so Georg Focken.

"Zudem sind jetzt die Zeiten vorbei, wo Aline wegen der noch ausstehenden Nominierung für die Qualiturniere ständig auf Sicherheit ringen und sich immer wieder mit den anderen Deutschen messen musste. Dadurch verkrampft man. Es wäre von daher besser gewesen, wenn der Bundestrainer sich früher entschieden hätte. Nun geht es darum, ihr für die anstehenden Aufgaben wieder die nötige Leichtigkeit zu geben."

Quelle: RP/anch


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