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Schwimmen: Anne Poleska bleibt gelassen

zuletzt aktualisiert: 16.07.2008

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) vergab gestern ein Großteil der Tickets für Olympia in Peking. Zu den 16 Schwimmerinnen des Aufgebots gehört Anne Poleska. Gestern gab es um die Ausnahmeschwimmerin aus Krefeld einigen Wirbel, für den sie allerdings selbst nichts kann. Die Frankfurterin Vipa Bernhardt will auf juristischem Wege doch noch nach Peking. Der Deutsche Schwimmverband soll sie in den Kader für die Spiele in China nachnominieren, hat das Landgericht Kassel im Eilverfahren per Einstweiliger Verfügung angeordnet. Anne Poleska müsste dafür wohl gestrichen werden.

Zwar hat der DSV die Frankfurterin gestern zähneknirschend zur Nominierung vorgeschlagen, doch eine endgültige Entscheidung wird die Präsidialkommission bis zum 20. Juli treffen - prominentes Opfer könnte dann Anne Poleska werden. Der Dritten von 2004 in Athen wird zur Last gelegt, dass sie mehrfach in den USA für den Coral Springs Swimclub an den Start gegangen ist. Nach den Statuten des DSV wäre die Krefelderin demnach bei der Olympia-Qualifikation in Berlin, wo sie sich eigentlich zusammen mit Sarah Poewe vor Bernhardt das Olympia-Ticket über 200 m Brust gesichert hatte, nicht startberechtigt gewesen. Doch Poleska ist sich keiner Schuld bewusst. „Ich sehe mich komplett im Recht und habe mir nichts vorzuwerfen. Ich habe keine Angst, Olympia zu verpassen”, sagte die ehemalige Aktivensprecherin. Nach ihren Angaben hat sie die Starts mit dem Zusatz „vereinslos” absolviert.

Während sich sowohl DOSB-Generalsekretär Michael Vesper als Chef de Mission der deutschen Olympia-Mannschaft wie auch DSV- Präsidentin Christa Thiel und Generalsekretär Jürgen Fornoff mit Hinweis auf ein laufendes Verfahren bedeckt hielten, bekam Poleska Rückendeckung von DSV-Sportdirektor Örjan Madsen. „Fakt ist, dass Anne vom DOSB nominiert und schon eingekleidet worden ist und mit nach Peking fahren wird”, sagte Madsen. Auch die Mannschaftskollegen sind auf der Seite von Poleska und haben für das Bemühen von Bernhardt kein Verständnis. „Das ist in meinen Augen völlig daneben. Das ist völliger Schwachsinn. So etwas macht man nicht”, sagte Thomas Rupprath: „Dann hätte Vipa bei der Qualifikation einfach schneller schwimmen müssen.” RP

Quelle: RP

 
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