Tennis: Aufschlag im Stadtwald
VON KATRIN WANDEL UND OLIVER SCHAULANDT - zuletzt aktualisiert: 27.06.2008Der HTC Blau-Weiß Krefeld startet am kommenden Freitag in die Tennis-Bundesliga. Das Team aus Krefeld will trotz des kleinsten Etats aller Mannschaften wieder für Überraschungen sorgen. Mehr als der Ligaverbleib dürfte allerdings kaum möglich sein.
Tennis Nein, finanziell auf Rosen gebettet ist der HTC Blau-Weiß Krefeld nicht. Wenn am kommenden Freitag die Saison in der Tennis-Bundesliga wieder losgeht, dann sind die Krefelder das Team in der höchsten deutschen Spielklasse, das mit dem geringsten Etat auskommen muss. „Darum können wir es uns eigentlich gar nicht leisten, Deutscher Meister zu werden“, witzelte Vorsitzender Hajo Ploenes gestern bei der offiziellen Bekanntgabe des Kaders. Wie in den Vorjahren lautet daher das Ziel erneut nur der Verbleib in der Liga – verbunden mit dem Wunsch, dem einen oder anderen Favoriten auch mal ein Bein zu stellen. Das gelang in der Vorsaison zumindest eine Zeitlang: Zwischenzeitlich führte der HTC sogar die Tabelle kurzzeitig an, am Ende sprang Rang sechs heraus.
Die Mannschaft geht personell ordentlich verändert ins Rennen. Gleich vier Neuzugänge hat Teamchef Olaf Merkel aus aller Herren Länder bei den Blau-Weißen versammelt, sich bei der Zusammenstellung des Kaders vorrangig auf Turnieren der Challenger-Kategorie (entspricht nach den Grand-Slams wie Wimbledon und den ATP-Turnieren der „dritten Liga“ des Tennissportes) umgeschaut. „Wir haben Spieler geholt, die auch auf das Geld, das sie bei uns verdienen, angewiesen sind“, sagte Ploenes.
Angeführt wird die Stadtwald-Auswahl von der neuen Nummer Eins, dem Argentinier Brian Dabul. Ihm folgen Diego Junqueira und Franco Ferreira zwei Spieler, die auch schon in der vergangenen Saison für den HTC aufgeschlagen haben. Weitere Zugänge sind Christian Villagran (Position vier), Francesco Aldi (fünf) und Juan-Martin Aranguren (sechs), ehe mit den Niederländern Fred Hemmes und Dennis van Scheppingen ein bewährtes Duo auf den Positionen sieben und acht spielt.
Gespannt darf man sein, wie sich an den hinteren Positionen die Lokalmatadoren Daniel Düren (sein Einsatz ist wegen eines Stipendiums in den USA noch fraglich), Dominik Pfeiffer, Sven André und Pascal Wilkat behaupten werden. „Von den Vieren fährt mindestens einer zu jedem Auswärtsspiel mit“, kündigte Ploenes an. Bei den Heimspielen und bei Solingen und Reutlingen wollen die Blau-Weißen aber jeweils das bestmögliche Team aufbieten. Das soll vor allem viele Zuschauer auf die Stadtwald-Anlage locken. „Wir hoffen auf etwa 700 zahlende Besucher pro Heimspiel“, sagt Ploenes. „Die Zuschauereinnahmen machen schließlich einen nicht unerheblichen Teil unseres Etats aus.“
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