Tennis: „Wie in einer zweiten Familie“
VON JÖRG ZELLEN - zuletzt aktualisiert: 17.07.2007Analyse Nach drei Spieltagen der Tennis-Bundesliga hat der HTC Blau-Weiß Krefeld die Tabellenspitze erobert. Ein einmaliger Erfolg in der Vereinsgeschichte.
Tennis Als Franco Ferreiro und Paolo Lorenzi am späten Sonntagnachmittag ihren ersten Matchball nutzten und den Stadtwaldclub so zum dritten Sieg in Folge führten, war der Jubel groß. Zu diesem Zeitpunkt verbesserte sich der HTC Blau-Weiß auf den zweiten Tabellenplatz. Im Clubhaus wurde schon gefeiert, als die frohe Kunde aus Aachen kam. Das Team aus der Kaiserstadt trotzte dem Meisterschaftskandidaten Rochusclub Düsseldorf einen Punkt ab. Die Folge: Krefeld eroberte dank des 4:2-Sieges über Reutlingen die Tabellenspitze – erstmals in der Vereinsgeschichte. „Das ist unglaublich. Diese Tabelle werden wir uns einrahmen“, sagte der angesichts dieses Erfolges sichtlich überwältigte Teamchef Olaf Merkel. Zudem ist der HTC der einzige Club im Oberhaus, der bislang keinen einzigen Punkt abgab.
Auch die Spieler des HTC konnten es kaum fassen: „Wir haben heute zwar nicht so gut gespielt, wie am ersten Wochenende, aber es hat gereicht. Einfach sensationell“, sagte Dennis van Scheppingen, der bei den Fans nur noch der „Rekordholländer“ genannt wird. In seinen bisherigen drei Einzeln und drei Doppeln verließ er den Platz stets als Sieger, war so einer der Garanten des Erfolges. „Es läuft derzeit einfach rund bei mir. Ich mag es sehr, für Blau-Weiß zu spielen.“
Die Freude über den enormen Teamgeist, das für Tennisspieler eher untypische Miteinander in einer Mannschaft, ist allen Akteuren anzusehen. „Wir sind sonst immer alleine auf Turnieren, Wenn wir dann hier her kommen, ist es etwas Besonderes, fast wie bei einer zweiten Familie“, erklärte Franco Ferreiro. „Und dann bringt man auch häufig ein paar Prozente mehr auf dem Platz, als wenn man nur für sich alleine spielt.“
Ziel bleibt Klassenverbleib
Die bis dato beste Platzierung in der Blau-Weiß-Geschichte soll jedoch nicht den Blick trüben. „Unser Ziel bleibt weiter der Klassenverbleib“, sagte Club-Boss Hajo Ploenes nach der improvisierten Siegesfeier nüchtern. „Wir werden mindestens vier bis fünf Siege benötigen, um unser Ziel zu erreichen. Das ist jetzt nur eine Momentaufnahme.“ Doch diese genießen Vorstand, Spieler und die Anhänger in vollen Zügen.
Am kommenden Sonntag folgt nun ein absolutes Spitzenspiel. Blau-Weiß reist zum Deutschen Meister Blau-Weiß Halle, der aktuell nur auf Platz fünf der Tabelle rangiert. Ob die Serie auch in Westfalen anhalten wird? Teamchef Olaf Merkel hat zumindest keine Angst vor den großen Namen, die dort für den Club von Modemogul Gerry Weber aufschlagen werden. „Wir haben in jedem Spiel unsere Chance, auch in Halle.“
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