Tennis: „Wir wollen weiter die Großen ärgern“
zuletzt aktualisiert: 25.11.2008 - 10:00Olaf Merkel über die Planungen zur Saison in der Tennis-Bundesliga im kommenden Jahr
Tennis Ungewöhnlich früh hat der Teamchef des HTC Blau-Weiß Krefeld, Olaf Merkel, Aussagen zur neuen Saison in der Tennis-Bundesliga gemacht. Mit ihm sprach RP-Sportredakteur Oliver Schaulandt.
Sie sind in diesem Jahr früh dran, um Aussagen zu Ihrem Kader für die kommende Saison zu machen. Die Bundesliga beginnt doch erst im Juli.
Merkel Natürlich machen wir uns jetzt schon Gedanken darum. Wir müssen planen, wen wir halten wollen und wo es Alternativen gibt.
Wer soll bleiben?
Merkel Wir haben in der vergangenen Spielzeit einen erfolgreichen Kern gehabt, mit Franco Ferreiro, Brian Dabul, Dennis van Scheppingen, Diego Junqueira und Martin Aranguren. Die Spieler wollen wir halten, und sie würden auch gerne in Krefeld bleiben.
In der Vergangenheit hieß es immer, dass der HTC über einen relativ kleinen Etat verfügt. Darum hatten Sie auch keine absoluten Top-Spieler in Ihren Reihen. Daniel Junqueira hat sich aber unter die Top 80 der Welt verbessert.
Merkel Natürlich, und das macht ihn sicher auch teurer. Wenn jetzt ein finanzkräftigerer Club käme, könnten wir ihn wohl kaum halten. Gute Spieler sind nunmal teurer, und unser Vorsitzender Hajo Ploenes bemüht sich weiterhin um Sponsoren, um den nötigen Etat auf die Beine zu stellen. Wir möchten das Niveau des Vorjahres halten. Aber es wird immer schwieriger, Geldgeber zu finden.
Seit drei Jahren wird nur mit vier Einzelspielern statt vorher sechs gespielt. Das müsste einen Kader doch preiswerter machen.
Merkel Nicht unbedingt. Ich muss ehrlich sagen, dass ich damals dachte, dass wir zu Viert keine Chance mehr hätten. Finanzstärkere Clubs hätten dann vier Superstars geholt und die Meisterschaft unter sich ausgemacht. Aber die Top-50-Leute sind zum Glück bei Turnieren stark eingebunden, so dass sie nicht immer zum Einsatz kommen.
Mit Erfurt hat ein finanzstarker Club finanziell kapituliert. Macht das die Sache für Sie einfacher?
Merkel Sagen wir es so: Mit einem kleinen Budget, so wie wir, hat man immer wieder mal die Chance auf einen Punkt oder einen Sieg. Die Top-Spieler werden zum Teil ganz gezielt eingesetzt. Es ist nicht mehr so eine extreme Zwei-Klassen-Gesellschaft wie früher.
In der abgelaufenen Saison hat es sozusagen mit dem letzten Matchball zum Ligaverbleib gelangt...
Merkel Das ist natürlich das Erfreuliche. Leider hatten wir nicht so viele Zuschauer, wie wir erhofft hatten. Zuschauereinnahmen tragen zur Finanzierung unseres Kaders bei.
Wird auch im kommenden Jahr das Ziel sein, nicht abzusteigen?
Merkel Ja, wir wollen in der Liga bleiben, möglichst oft ein paar Große ärgern und attraktives Tennis zeigen. Mehr wird kaum drin sein.
Steht der Spielplan schon?
Merkel Die Termine noch nicht, aber wir werden fünf Mal zuhause und vier Mal auswärts spielen. Zu uns kommen der Rochusclub, Aachen und die Aufsteiger Bremerhaven, Amberg und Espelkamp, wir spielen in Neuss, Halle, Mannheim und Essen.
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