Sportlicher Jahresrückblick: Blau-Weiß: Mission Klassenverbleib scheitert
VON H.-G. SCHOOFS - zuletzt aktualisiert: 28.12.2011Krefeld (RP). Das ist Rekord! 17 Bundesliga-Spiele in Folge konnte der HTC Blau-Weiß nicht gewinnen. Über den letzten Sieg freute sich das Stadtwaldteam im August 2009, als nach dem 4:2 in Mannheim der Klassenverbleib gesichert wurde. Seitdem sind die Krefelder zweimal in Folge abgestiegen. Trotzdem blieben sie dem Oberhaus des weißen Sports erhalten, da am grünen Tisch ein Platz frei geworden war.
Eigentlich sollte in diesem Jahr der Fahrstuhl nicht schon wieder eine Etage tiefer gehen. Dafür drehten die Verantwortlichen um den 1. Vorsitzenden Hajo Ploenes und Teamchef Olaf Merkel kräftig am Personalkarussell. Gleich sechs neue Akteure tauchten bei Meldeschluss im Kader auf. Dazu kehrte mit Maximo Gonzales ein alter und zuverlässiger Bekannter an die Hüttenallee zurück.
Viele unglückliche Umstände hatten 2010 zum Abstieg geführt. Und das Pech sollte sich gleich am ersten Spieltag der Saison 2011 fortsetzen. Das Heimspiel gegen Nürnberg musste nach den Einzeln beim Stande von 2:2 in die Halle verlegt werden, was ein klarer Nachteil für die Krefelder Sandplatzspezialisten war. So wurde aus dem eingeplanten Sieg nur ein Unentschieden. Als dann zwei Tage später nichts aus der erhofften Überraschung im Heimspiel gegen den Rivalen Rochusclub Düsseldorf wurde, war der pure Alltag im Stadtwald eingetroffen.
Beim Kampf gegen den Abstieg baute Olaf Merkel hauptsächlich auf seine personellen Veränderungen. Doch die Mischung aus jungen, hungrigen Spielern und alten Hasen brachte nicht den erhofften Durchbruch. Dazu gesellte sich die Unzuverlässigkeit des Italieners Filippo Volandri, der schon 2010 als Nummer eins das Aufgebot der Blau-Weißen angeführt hatte. Er tauchte nicht im Aufgebot der acht Punktspiele auf. Sein Versprechen, zwei oder dreimal in der Bundesliga aufschlagen zu wollen, hielt er nicht ein. Merkel musste hinterher eingestehen, dass er im Fall Volandri ein zu großes Risiko eingegangen sei.
Auch wenn den Krefeldern auch in diesem Jahr kein Sieg gelang, mischten sie in der Bundesliga viel besser mit als ein Jahr zuvor. Das war für die Verantwortlichen um Clubchef Hajo Ploenes auch der Hauptgrund, erneut den durch den Aufstiegs-Verzicht des Zweitliga-Meisters TC Radolfzell frei gewordenen Platz einzunehmen. Denn an Attraktivität hat das Spitzentennis im Stadtwald nicht verloren. Das beweisen auch die Zuschauerzahlen, die im Vergleich zu 2010 angestiegen sind.
Für 2012 können die hiesigen Tennisfans nur hoffen, dass die Blau-Weißen bei ihren personellen Entscheidungen und mit dem Wetter mehr Glück haben. Verdient hätten sie es. Denn was die kleine Club-Familie Jahr für Jahr trotz bescheidener finanzieller Mittel auf die Beine stellt, verdient Respekt und Anerkennung. Auch nach 17 sieglosen Spielen in Folge.
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