Tennis: Blau-Weiße Helden im Tennis-Krimi
VON H.-G. SCHOOFS - zuletzt aktualisiert: 23.12.2008Tennis Hitchcock hätte nicht besser Regie führen können! In einem wahren Krimi erkämpfte sich Bundesligist HTC Blau-Weiß Krefeld am letzten Meisterschaftsspieltag in Erfurt den notwendigen Punktgewinn für den Klassenverbleib.
Und das mit dem letzten Ballwechsel der gesamten Bundesligasaison.
Dabei hatte es in der thüringischen Landeshauptstadt zunächst ganz nach Abstieg des Stadtwaldteams ausgesehen. In den vier Einzeln war wieder mal auf Krefelds Lieblings-Holländer Dennis van Scheppingen Verlass. Dagegen verloren Franco Ferreira, Diego Junqueira und Christian Villagran recht unglücklich. So mussten nach dem 1:3-Rückstand beide Doppel vom HTC gewonnen werden. Eine scheinbar unlösbare Aufgabe.
Doch die Blau-Weißen legten ihren tollen Teamgeist in die Waagschale und machten das Unmögliche noch möglich. Vielleicht hatte Teamchef Olaf Merkel ja tags zuvor im Erfurter Dom ja eine Kerze angezündet. Jedenfalls holte das Doppel Ferreiro/Villagran Punkt Nummer zwei für Krefeld. Zu diesem Zeitpunkt begann im zweiten Doppel der Match-Tie-Break. Das Duo van Scheppingen/Junqueira lag mit 8:9 im Hintertreffen und wehrte den Erfurter Matchball ab. Und dann schlugen die beiden Helden der Blau-Weißen eiskalt zu und entschieden den Satz noch für 11:9 für sich. Der Jubel im Lager der mitgereisten Krefelder kannte keine Grenzen. Eine lange Nacht begann.
Das war der späte Lohn für eine tadellose Punkterunde, die Krefeld als „Familien-Club“ im Konzert der Großen ablieferte. Die Niederlagen gegen Aachen (0:6) und Neuss (1:5) waren zwar vom Ergebnis her deutlich, doch die einzelnen Spiele waren oft sehr eng. Das Glück sollte sich auch bis zum letzten Spieltag nicht unbedingt auf die Seite der Blau-Weißen schlagen. Vor dem Spiel in Reutlingen machte das Verletzungspech dem HTC einen Strich durch die Rechnung, gegen Mannheim das schlechte Wetter. So musste bis zum Schluss gezittert werden.
Dass es auch in diesem Sommer im Stadtwald wieder Spitzentennis zu sehen gibt, ist in erster Linie ein Verdienst der Familie Ploenes. Auch wenn die Unterstützung der Krefelder Wirtschaft besser sein könnte, gelingt es Clubchef Hajo Ploenes Jahr für Jahr, den notwendigen Etat auf die Beine zu stellen. Und mit Teamchef Olaf Merkel steht ihm im sportlichen Bereich ein Mann zu Seite, der sich in der internationalen Tennisszene bestens auskennt und aufgrund seiner langjährigen Kontakte immer sehr gute Spieler nach Krefeld lockt. Und diese Tenniscracks entscheiden sich nicht nur wegen des Geldes für den HTC. Sie schätzen das angenehme Miteinander bei Blau-Weiß.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum

