Fußball: Den Verein vor die Wand gefahren
VON OLIVER SCHAULANDT - zuletzt aktualisiert: 20.12.2007Der KFC Uerdingen steht im schlimmsten Fall vor der Auflösung. Zwei Jahre nach der letzten Insolvenz droht schon wieder die nächste. Mehr noch: Der Vorstand um den Vorsitzenden Ralf Houben hat mit dem Versuch, den „Aufstieg“ auf Teufel komm raus zu realisieren, den Traditionsclub in seiner Existenz gefährdet. Mit hohem Risiko wurde die Mannschaft sportlich aufgerüstet – mit dem Ergebnis, dass sich schon nach vier Monaten eine Deckungslücke im Etat bis zum Saisonende von mindestens einer Viertelmillion Euro ergeben hat. Spieler wurden geholt, die sich der Club offenbar nicht leisten konnte, weil sich nicht genügend Geldgeber fanden.
Schon zwei Mal in dieser Spielzeit gab es Bemühungen, Ralf Houben zum Rücktritt zu bewegen. Mögliche Nachfolger standen parat – ob deren Konzept das Richtige gewesen wäre, ist allerdings genauso ungewiss. Noch im September stellten sich die drei Großsponsoren hinter den Vorsitzenden. Sie seien überzeugt von Houbens Konzept. Es sei richtig, um den KFC auf finanziell gesunde Füße zu stellen, hieß es damals. Das hat sich nun offensichtlich als gravierende Fehleinschätzung erwiesen. Der Verein steht durch den seinerzeit eingeschlagenen Kurs vor dem Ruin. Ohne Zweifel: Hätte das Konzept gefruchtet, dürfte sich der Vorstand jetzt gegenseitig Blasen vom vielen gegenseitigen Schulterklopfen holen. Jetzt passiert dies höchstens noch vom Tränen abtupfen. Konsequent wäre es von Ralf Houben nun, seine auch persönliche Niederlage einzugestehen und zu sagen: Ich höre auf. Gescheitert ist er bereits.
Das große Problem an einem tatsächlichen Rücktritt ist die Suche nach einem Nachfolger. Mal ehrlich: Wer tut sich so ein Himmelfahrtskommando freiwillig an?
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