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Hockey: Der Druckmacher

VON OLIVER SCHAULANDT - zuletzt aktualisiert: 31.05.2008

Linus Butt vom Crefelder HTC gehört dem erweiterten Kader der Hockey-Nationalmannschaft an. Darum ist seine Olympia-Chance eher gering.

Germany's Julia Mueller, left, challenges China's Baorong Fu for the ball in the match between Germany and China at the Women's Hockey Champions Trophy 2008 in Moenchengladbach, western Germany, on Thursday, May 22, 2008. (AP Photo/Hermann J. Knippertz) Foto: AP, AP
Germany's Julia Mueller, left, challenges China's Baorong Fu for the ball in the match between Germany and China at the Women's Hockey Champions Trophy 2008 in Moenchengladbach, western Germany, on Thursday, May 22, 2008. (AP Photo/Hermann J. Knippertz) Foto: AP, AP

Linus Butt gilt als eines der größten Talente im deutschen Hockeysport. Und er ist einer der Spieler, die noch eine Chance haben, in den Olympiakader der Hockey-Nationalmannschafft zu rutschen. Obwohl der 21-Jährige noch kein A-Kader-Länderspiel bestritten hat, will der Verteidiger in Peking dabei sein.

Der Krefelder Linus Butt hat noch vor Kurzem an einem Trainingslager der Hockey-Nationalmannschafft in Düsseldorf teilgenommen. Bundestrainer Markus Weise möchte nach der erfolgreichen Olympia-Qualifikation Spieler testen, die in Japan noch nicht dabei waren. „Ich will in allen Mannschaftsteilen noch einmal eine Konkurrenzsituation haben“, sagt Weise.

Linus Butt soll also den Druck auf gestandene Spieler wie Jan-Marco Montag, Eike Duckwitz oder Phillip Zeller erhöhen. „Ich denke, dass ich nur geringe Chancen auf die Olympia-Teilnahme habe. Es müsste sich schon ein Spieler verletzen“, sagt Butt. Er sehe sich eher als Reservemann, sagt der Blondschopf.

Doch Linus Butt möchte dem Bundestrainer zeigen, das mit ihm zu rechnen wäre, wenn ein Stammspieler ausfallen würde. „Wenn ich spiele, dann will ich auch zeigen, was ich kann“, sagt der gebürtige Kempener.

Linus Butt hat sich beim Crefelder HTC zu einem echten Führungsspieler entwickelt. Trotz seines jungen Alters übernimmt der Verteidiger auf dem Platz gerne Verantwortung. Nach dem Weggang der Weß-Brüder wurde Butt beim Crefelder HTC mehr oder weniger in die Rolle des Abwehr-Chefs gedrängt.

Aber diese füllt er mit bravour aus. Auf Grund seiner außergewöhnlich guten Ballbehandlung sorgt er zudem immer wieder für Druck nach vorne. „Linus hat in den letzten Monaten nochmal einen großen Schritt nach vorne gemacht“, schwärmt CHTC-Trainer Dietmar Alf.

Für Linus Butt wäre es kein Weltuntergang, wenn er in Peking noch nicht an den Start gehen würde. „Ich lasse alles auf mich zukommen, und wenn es dann jetzt schon klappen sollte, wäre das super“, sagt der Krefelder. Wenn man die Chance auf Olympia hätte, müsse man sie ergreifen.

Das CHTC-Eigengewächs könnte allerdings auch für ein anderes Land den Krummstock schwingen, wenn es mit der Deutschen National-Mannschaft nicht klappen sollte. Denn sein Vater Kevan ist gebürtiger Schotte. „Ich fühle mich aber mehr als Deutscher, da ich hier aufgewachsen bin“, sagt der Biologie-Student. Er habe noch nie wirklich darüber nachgedacht, für Schottland zu spielen.

„Wenn es 2008 immer noch nicht mit Deutschland klappen sollte, dann beantrage ich einen britischen Pass“, sagt Butt mit einem Augenzwinkern. Denn dann könnte er für Großbritannien auflaufen.

Quelle: RP

 
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