Eishockey: Deutschland siegt dank Pietta
VON H.-G. SCHOOFS - zuletzt aktualisiert: 15.11.2010Der Krefelder Neu-Nationalspieler erzielte gestern Deutschland-Cup im entscheidenden Match gegen die Schweiz den entscheidenden Treffer zum Turniersieg. Try-out-Spieler Shvidki ist da. Heute soll Milroy eintreffen.
Eishockey "Go, go, go. Good boys." Immer wieder feuerte Rick Adduono gestern am frühen Abend im König-Palast seine Spieler an. Beim ersten Eistraining während der Deutschland-Cup-Pause nahm der Trainer seine Schützlinge ganz schön ran und schickte sie nach einer Stunde noch in den Kraftraum. "Wir dürfen kein Stück nachlassen.", sagte der Coach, der sich einige Tage in Rom aufhielt.
Ein Häuptling
Ganz abschalten konnte Adduono in der Heiligen Stadt allerdings nicht. Gesprächspartner Nummer eins an seinem Handy war Duncan Milroy. "Er brennt darauf, für Krefeld zu spielen. Ich habe mich bei seinen ehemaligen Trainern über ihn erkundigt. Auch bei Benoit Laporte, unter dem Ducan in Ingolstadt gespielt hat. Er ist ein Häuptling, der uns helfen wird", sagte Adduono gestern nach dem Training. Er hoffe, dass Milroy das Angebot der KEV Pinguine GmbH annehmen wird. Der Kanadier wird heute Abend an der Westparkstraße erwartet und soll, falls es zur Einigung kommt, am Dienstag mit trainieren.
Try-out-Stürmer Denis Shvidki schlüpfte bereits gestern in den schwarz-gelben Frack und vertrat beim Training Nationalspieler Patrick Hager in der zweiten Reihe. Auch über den in der Ukraine geborene Russen hat sich Adduono genau erkundigt. Er hat den Russen sogar im Einsatz gesehen, als dieser in der AHL mit den San Antonio Rampage den Memorial-Cup gewann. "Eigentlich muss dieser Spieler eine Verstärkung für jeden DEL-Verein sein. Aber wir müssen noch herausfinden, warum es bei ihm in den letzten beiden Jahren nicht lief. Ferner hat er keine Spielpraxis. Das ist sicher ein Nachteil", erklärte der Krefelder Trainer.
Dass Marvin Teppers Zeit in Krefeld ablaufen soll, weil Adduono scheinbar nicht auf ihn baut, ist nur ein Gerücht. "Wir werden keinen Spieler abgeben, selbst wenn noch ein neuer Spieler kommt", sagte kürzlich Co-Trainer Reemt Pyka. Um Spielpraxis zu bekommen, wird Tepper mit seiner Förderlizenz für Weißwasser am kommenden Mittwoch für seinen Ex-Club im Sachsenderby der 2. Bundesliga gegen Dresden auflaufen. "Ich freue mich schon auf das Spiel vor bestimmt 5000 Zuschauern. Nach wie vor ist mein Ziel, mich in Krefeld durchzusetzen. Daran werde ich hart arbeiten", sagte er gestern.
Harte Arbeit leisteten am Wochenende die beiden Krefelder Nationalspieler. Während sich Patrick Hager mit seinem Treffer gegen Kanada und als bester deutscher Akteur im Match gegen die Slowakei neues Selbstvertrauen für die DEL holte, feierte Daniel Pietta ein überaus gelungenes Debüt in der DEB-Auswahl. "Das Spiel ist noch intensiver als in der DEL. Man muss sich mehr an Taktik und System halten und daher seine individuellen Fähigkeiten zurückstellen", sagte Pietta nach der Niederlage gegen die Slowaken. Pech für ihn, dass er beim Siegtreffer der Osteuropäer auf dem Eis war und vorher im letzten Drittel selbst den Siegtreffer der Deutschen auf dem Schläger hatte.
Doch nur 28 Stunden später sollte Piettas Sternstunde im DEB-Dress folgen. Im Spiel gegen die Schweiz erzielte er in seinem dritten Länderspiel im letzten Drittel mit einem verdeckten Schuss den entscheidenden Treffer zum 2:1-Sieg über die Eidgenossen und verhalf damit dem deutschen Team beim Deutschland-Cup zur erfolgreichen Titelverteidigung. Anschließend wurde er noch als bester Spieler der Deutschen ausgezeichnet. Welch ein Glückstag für Pietta.
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