Eishockey: Die Eishockey-Ehe kriselt
VON H.-G. SCHOOFS - zuletzt aktualisiert: 09.02.2012Eishockey (RP). Ob der EHC Niederrhein "Die Preussen" und der Krefelder EV auch in der kommenden Saison gemeinsam ein Team für die Oberliga auf die Beine stellen werden, steht noch nicht fest. Finanzen bereiten Sorgen.
Eishockey Es war eine historische Stunde im Krefelder Sport, als die ehemaligen Rivalen Preussen und KEV im Mai vergangenen Jahres eine Eishockey-Ehe eingingen. Gemeinsam mit dem "Trauzeugen" Pinguine wurde das Projekt Oberliga aus der Taufe gehoben.
Jetzt steckt die Ehe in einer Krise, die vor dem Scheidungsrichter zu enden droht. Unabhängig davon zahlte sich dieses Projekt für die Entwicklung junger Spieler sehr positiv aus. Nach Informationen unserer Zeitung plant der Krefelder EV ´81 für die kommende Saison, in eigener Regie ein Oberliga-Team auf die Beine zu stellen.
"Der Anfang wird ziemlich holprig und finanziell schwierig sein", hatte Rüdiger Noack, der Sportliche Berater der Pinguine, bereits im Mai prophezeit. Und er sollte Recht behalten. Der Plan, die Aufstiegsmannschaft der Preussen mit DNL-Spielern des KEV und Förderlizenzspieler der Pinguine zu verstärken, wurde schnell durch ein zu großes Verletzungspech über den Haufen geworfen. Ferner ging die finanzielle Kalkulation nicht auf.
Der erhoffte Zuschauerzuspruch, insbesondere bei den Heimspielen gegen Kassel, Frankfurt oder Ratingen, blieb aus. "Unser Etat war bei Hälfte der Saison schon aufgebraucht", sagte gestern der EHC-Vorsitzende Lupus Herbst. Er habe zuletzt sogar die Busfahrten aus eigener Tasche gezahlt.
Der ehemalige Torwart befürchtet, dass sich die Preussen in der kommenden Saison vielleicht nicht mehr an dieser Eishockey-Ehe beteiligen können: "Ich weiß nicht, was Thomas König vor hat. Ohne finanzielle Unterstützung werden wir nicht mitmachen können. Dann werden die Preussen wohl kein Eishockey mehr spielen."
Mäzen Thomas König, der seine finanziellen Zusagen laut Herbst eingehalten hat, war bei den jüngsten Oberligaspielen nicht mehr in der Rheinlandhalle anzutreffen. Gestern bestätigte er im Gespräch mit unserer Zeitung, dass ein Loch in der Kasse entstanden ist: "Das ist aber überschaubar." Zur Zukunft wollte er sich nicht abschließend äußern: "Wenn die Saison zu Ende ist, müssen wir uns alle an einen Tisch setzen und ein Fazit ziehen. Falls die Zusammenarbeit bestehen bleibt, muss ein vernünftiges Konzept her."
König vermisst bisher die notwendige Unterstützung der Krefeld Pinguine. Die war allerdings aus zwei Gründen nicht einfach. Das DEL-Team litt ab der Vorbereitung unter erheblichen Personalproblemen, ferner erweckt Cheftrainer Rick Adduono nicht gerade den Eindruck, dass auch ihm das Oberliga-Projekt sonderlich am Herzen liegt.
Hauptsächlich Positives gewinnt der KEV der bisherigen ersten Saison ab. "Alle Seiten haben sich gut ergänzt. Sportlich ist das eingetroffen, womit wir rechnen konnten", erklärte gestern KEV-Obmann Achim Staudt, der maßgeblichen Anteil daran besitzt, dass diese Ehe nicht während der laufenden Saison scheiterte. Sein Ziel, junge Talente zu fördern, wird erreicht: "Unser Jugendcheftrainer Ralf Hoja hat festgestellt, dass sich die DNL-Spieler durch ihre Einsätze in der Oberliga-Mannschaft sehr gut weiter entwickelt haben."
In den kommenden zwei Monaten will Staudt den Fahrplan für die neue Saison festlegen. Ziel sei, das Oberliga-Team so aufzustellen, dass der Kader auch ohne DNL-Spieler auskommen kann.
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