Fußball: Die rettende Niederlage
VON OLIVER SCHAULANDT UND H.-G. SCHOOFS - zuletzt aktualisiert: 23.01.2008Das Ergebnis des Spiels gegen den MSV Duisburg interessierte beim KFC Uerdingen gestern nur am Rande. Wichtiger war, dass es mit dem Club weiter gehen wird. 7112 Zuschauer kamen in die Grotenburg.
Der KFC Uerdingen hat gestern Abend in der Grotenburg das mit Spannung erwartete „Rettungsspiel“ gegen den Bundesligisten MSV Duisburg mit 0:2 (0:0) verloren. Vor 7112 Zuschauern erzielten Lamey und Tosunoglu die beiden Treffer für den Erstligisten. Es war eine rettende Niederlage: Weil ein neuer Geldgeber gefunden wurde und Vorsitzender Olaf Stiller deshalb heute den Insolvenzantrag zurückgezogen hat.
Vor dem Spiel herrschte in den Katakomben der Grotenburg ein Andrang und eine Hektik wie zu besten Bundesliga-Zeiten. Viele bekannte Gesichter aus alten Uerdinger Glanzzeiten tummelten sich im VIP-Raum. Als MSV-Trainer Rudi Bommer beim Warmmachen den Platz betrat, wurde er von den KFC-Fans lautstark empfangen. Für den ehemaligen Spieler der Uerdinger gab es ein herzliches Wiedersehen mit Ex-Betreuer Hennes Strater und dem langjährigen Hauptkassierer Peter Bresselschmitt. „Ansonsten kenne ich hier keinen mehr“, meinte Bommer.
Kurz vor Spielbeginn traf auch noch Elton ein, der sich in Zivil, mit einem Uerdinger Fanschal behangen, mit auf die Auswechselbank setzte. „Elton kam zu spät, darum konnte er auch nicht mehr für uns auflaufen. Vielleicht darf er das ja beim nächsten Spiel – wenn er dann pünktlich ist“, frozzelte Trainer Aleksandar Ristic nach der Partie.
Das wird – falls der KFC nicht noch kurzfristig ein Testspiel vereinbaren sollte – am Veilchendienstag, 5. Februar, ausgetragen. Gegner wird dann in der Oberliga die Spielvereinigung aus Velbert sein. Ristic selbst hatte übrigens auf der Bank die versprochene Verstärkung: Ebay-Auktionsgewinner Edmund Mastiaux machte den Co-Trainer.
Zu den zahlreichen Ehrengästen zählte auch Oberbürgermeister Gregor Kathstede, der in Begleitung von Gerald Wagener, Chef der Firma Schneekoppe, kam. Beide halfen dabei, dass Eintracht Frankfurt Ende März (voraussichtlicher Spieltermin ist der 25. März) ohne Antrittsgage zu einem Freundschaftsspiel nach Krefeld kommt und durch einen Sponsor 100 000 Euro in die KFC-Kasse fließen sollen. Auch Kathstedes Duisburger Oberbürgermeisterkollege Sauerland wurde im Stadion gesichtet, ebenso wie der Vorsitzende des MSV Duisburg, Walter Hellmich.
Fußball gespielt wurde natürlich auch. Der Bundesligist, der wegen Verletzungen einiger Stammspieler nicht in Bestbesetzung antreten konnte, hatte in der Anfangsphase drei dicke Torchancen. Dabei rettete KFC-Keeper Sebastian Selke einmal vor dem Sechzehnmeterraum mit der Hand.
Der Schiedsrichter zeigte sich aber gnädig und verzichtete auf die fällige rote Karte. Nach 20 Minuten hatten die Uerdinger ihren Respekt abgelegt und kamen besser ins Spiel. Ales Kohouts Schuss aus kurzer Distanz wehrte MSV-Keeper Beuckert mit dem Fuß ab (20.).
Auch in der zweiten Halbzeit legte der KFC eine ordentliche Vorstellung hin. Auf dem tiefen, von langen Sandspuren durchzogenen Boden in der Grotenburg hatten die Gastgeber sogar bisweilen Chancen, selbst in Führung zu gehen, münzten diese aber nicht in Treffer um. Das gelang in der Schlussphase der Partie nur noch den Gästen aus Duisburg durch Lamey (82.) und Tosunoglu (83.).
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