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Fußball: Ein Ex-Balljunge wird Boss von Ristic

zuletzt aktualisiert: 19.01.2008

„Es wurde auch Zeit, dass Herr Ristic ins zweite Glied abtritt.“ Nein, um einen lustigen Spruch ist der KFC-Trainer für einen Tag, Edmund Mastiaux, nun wahrlich nicht sonderlich verlegen. 4110 Euro blätterte der Personalberater aus Bonn in der Ebay-Auktion auf den Tisch, um 24 Stunden lang die Kicker des Oberligisten durch die Gegend zu scheuchen. Der Spaß, so sagt er, wäre ihm auch mehr wert gewesen – und ist es auch: Rund 5000 Euro hat er an den KFC überwiesen – und überdies hinaus für seine Familie für die heutige Partie gegen Oberhausen sechs Karten zusätzlich gekauft, weil ja schließlich jeder im Stadion seine Karte selbst zahlt. Und fachlich scheint er es auch drauf zu haben: Immerhin besitzt er die B-Lizenz des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), und als aktiver Spieler kickte er immerhin in der Landesliga mit.

Seit gestern schwingt er nun also beim KFC das Zepter, mit Aleksandar Ristic als Co-Trainer an seiner Seite. „Herr Ristic war bis heute ein Glücksfall für den Verein – und ist es ab morgen wieder“, kommentierte Mastiaux, der sich noch offenhielt, wer heute die Kapitänsbinde tragen wird, zu seinem prominenten Vorgänger und Nachfolger. Die Mannschaft empfing ihn mit großem Beifall. Als erste Amtshandlung hat er übrigens Krefelds OB Gregor Kathstede zum Spiel Duisburg eingeladen. „Ich freue mich auf die Aufgabe als Kurzzeit-Trainer“, sagt er und ergänzt: „Vor allem, weil ich so an der Zukunft des KFC mitwirken kann.“ Für den heute 47-Jährigen ist das Gastspiel beim KFC eine Rückkehr zu alter Wirkungsstätte. Als Steppke hat er 1975 beim Aufstiegsspiel gegen den FK Pirmasens, das Uerdingen mit 6:0 gewann, einst den Balljungen gemacht – „Alte Liebe rostet eben nicht“, sagt er, der möglicherweise dem KFC längerfristig erhalten bleibt: „Mal schauen, was der Verein mir für ein Angebot macht.“

Beeindruckt ist der ehemalige Stürmer und Verteidiger von der Euphorie, die das Bündnis „Krefeld wählt“ neu um den KFC entfacht hat. „Was hier zurzeit in Krefeld abläuft, ist die größte demokratische Bewegung am Niederrhein. Das zeigt, dass der Verein lebt und nicht nur aus Strukturen besteht.“

Sein Vorgänger und Nachfolger Aleksandar Ristic kommentierte die Vorstellung zunächst mit einem Tipp: „Als Trainer darf er nicht so lange reden vor einem Spiel, sonst hört keiner aus der Mannschaft mehr zu“, sagte der Trainerfuchs augenzwinkernd. Auch Ristic freut sich auf die Partie: „Das wird morgen lustig werden. Wir haben schon jetzt mehr bewegt als der FC St. Pauli.“

Quelle: RP

 
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