Ein Leben im Internat
VON SENTHURAN SIVANANDA - zuletzt aktualisiert: 09.04.2008Der junge Krefelder Fechter Morten Löhr träumt von einer Nominierung für die Nationalmannschaft. Dafür lebt und trainiert der 16-jährige Schüler im Tauberbischofsheimer Fechtinternat.
Fechten, Fechten und noch mal Fechten – im Leben des 16-jährigen Krefelders Morten Löhr dreht sich (fast) alles um seine Lieblingssportart. Denn das Nachwuchstalent lebt und trainiert im Fechtinternat am Olympiastützpunkt Tauberbischofsheim. „Es ist eine große Chance, mich im Fechten weiter zu entwickeln. Außerdem interessierte mich schon immer das Erlebnis eines Internatslebens”, erklärt er seine Beweggründe, wieso er seit Sommer 2006, knapp 380 Kilometer entfernt von Familie und Freunden, in der baden-württembergischen Kleinstadt sein Glück sucht.
Keine Extra-Wurst
Dabei unterscheidet sich sein Alltag nicht wesentlich von dem anderer Jugendlicher. Nach dem Aufstehen und dem Frühstück im Internat beginnt um halb acht der Unterricht – und zwar an einer öffentlichen Schule, die zumindest in einer engen Kooperation mit dem Fechtclub Tauberbischofsheim steht. Für die jungen Sportler gibt es allerdings keine Extra-Wurst. Auf Mortens Stundenplan stehen genauso wie bei seinen Altersgenossen Fächer wie Deutsch, Englisch oder Mathematik. Von Klassenarbeiten und Vokabeltests bleibt der 16-Jährige ebenfalls nicht verschont.
Nach Schulschluss und dem Mittagessen haben die Fechttalente vier Stunden Zeit, um entweder mit der Unterstützung von vier betreuenden Lehrern die Hausaufgaben zu machen oder anderen Aktivitäten nachzugehen. Denn erst um sechs Uhr abends beginnt dann das Fechttraining. Und das viermal in der Woche, jeweils zwei Stunden lang. Dabei wird jedoch nicht nur gefochten, sondern auch Beinarbeit und Kondition trainiert oder zur Abwechselung eine Runde Fußball gespielt.
Das Wochenende hat der Degenfechter zur freien Verfügung, wenn nicht Turniere anstehen. Aber auch diese Mühen nimmt Morten Löhr gerne auf sich. Immerhin will er später einmal in der deutschen Nationalmannschaft seinen Degen zücken. „Das wäre mein Traum, aber bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Zunächst einmal will ich Erster in der Rangliste meiner Altersklasse werden”, sagt er. Und seine Chancen stehen gar nicht so schlecht: Schon zweimal wurde Morten Löhr Deutscher Meister bei den B-Junioren. Gleich bei der Meisterschaftspremiere in der nächsthöheren Altersklasse, der A-Jugend, belegte er im vergangenen Jahr den dritten Rang. Trotzdem hat er immer noch genügend Freizeit. „Ich habe ja den Montag Nachmittag und meist auch das Wochenende frei. Nur für Tennis-und Klavierspielen habe ich jetzt keine Zeit mehr”, erzählt er.
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