Fußball: Fischeln um den Lohn gebracht
VON VALENTIN WERNER - zuletzt aktualisiert: 19.10.2009Trotz einer wieder sehr engagierten Vorstellung musste sich der ersatzgeschwächte VfR Fischeln gegen den 1. FC Wülfrath mit einer Punkteteilung zufrieden geben. Allerdings war der Aufsteiger einem erneuten Sieg sehr nah.
"Wenn man kein Glück hat, kommt auch noch Pech dazu". Diese alte Binsenweisheit von Jürgen "Kobra" Wegmann, dem ehemaligen Bundesligaspieler von Dortmund, Schalke und Bayern, mittlerweile allerdings schon etwas zu einer Farce verkommen, hat nun auch den VfR Fischeln erreicht. Und das am elften Spieltag im vorgezogenen Heimspiel gegen den 1. FC Wülfrath. Der hat bisher, wie auch der Aufsteiger, die Klasse mit positiven Ergebnissen sichtlich überrascht und nahm auch von der Kölner Straße ein glückliches 1:1 (0:1) mit. Glücklich deshalb, weil der Ausgleich durch den ehemaligen Moerser Maik Noldes in der letzten Minute der regulären Spielzeit aus Nahdistanz im Anschluss an einen Schiedsrichterin-Ball, bei dem einige Akteure des Neulings nur Spalier standen, erzielt wurde.
So spielten sie
VfR Fischeln: Kohnen - Kox (81. Reale), Niedmers, Kipka, Jagenburg - Richter, Hebold - Pappas (69. Molowitz) - Sahin, Uzbay - Yilmaz (81. Bahr).
Schiedsrichterin: Caroline Telahr (Essen).
Zuschauer: 350
Weil beide Mannschaften gut standen und vorsichtig begannen, tat sich in der ersten halben Stunde herzlich wenig. Disziplin war Trumpf. Wülfraths Keeper hielt da nur einmal toll gegen Burhan Sahin (29., aus der Drehung), und der wie aufgedreht agierende Deniz Yilmaz besorgte in bester Abstaubermanier die Führung der Hausherren. Nach einem weiten Jagenburg-Einwurf und Kopfball von Henning Niedmers an den Innenpfosten - der lange Abwehrspieler wird immer stärker - stand der Youngster goldrichtig (37.). Außerdem fand ein Kopfballtreffer von David Kipka, dem umsichtigen und sehr präsenten Abwehrorganisator, nach einem Richter-Freistoß wegen angeblichen Abseits keine Anerkennung (42.). Dies hatten viele ganz anders gesehen, wobei die Unparteiische das Spiel gut im Griff hatte.
Hernach aber, vor allen Dingen in den letzten 25 Minuten, avanchierte FC-Schlussmann Bastian Honnacker zum besten Mann auf dem Platz. Ein halbes Dutzend mal parierte er da nämlich in höchster Not. Erst nach einem Kox-Freistoß (67.), dann bei einem Uzbay-Kopfball und einer Doppelchance (72./90.+1)) und noch zweimal gegen Sahin (74./85.). Außerdem verfehlte Yilmaz einmal ebenso knapp (52.), wie später auch der unermüdliche Benjamin Richter (79.). Das ein oder andere Mal wäre es bei den klaren Möglichkeiten, nur Honnacker stand noch im Weg, wohl besser gewesen, es mit etwas mehr Übersicht als nur mit Schussgewalt zu versuchen.
Und die Gäste? Im Mittelfeld war ihr Bemühen schön anzusehen. Vor dem Kasten von Fischelns Torwart Till Kohnen, wieder viel souveräner (auch von der Körpersprache her), als gegen Wuppertal II oder Hiesfeld, waren sie mit ihrem Latein meist am Ende. Erstaunlich bei den Platzherren war erneut, wie sie alle personellen Nackenschläge wegstecken und egal, wie die Aufstellung auch aussieht, eine schlagkräftige Truppe aufbieten, mit der sich die Zuschauer schnell identifizieren können. Fraglos natürlich auch ein großer Verdienst von Trainer Dieter Hußmanns, der ziemlich unaufgeregt in schweren Zeiten voran geht.
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