Fußball: Fischelner Hattrick
VON SEBASTIAN KEILHOLZ - zuletzt aktualisiert: 07.01.2008Erstmals in der Geschichte der Krefelder Stadtmeisterschaften gewann mit dem Landesligisten eine Mannschaft den Titel zum dritten Mal in Folge.
Gut 800 Zuschauer erlebten in der Glockenspitzhalle eine torreiche Endrunde und ein hochklassiges Finale.Vier gespielte Sekunden zeigt die Anzeigetafel der Glockenspitzhalle an, da zappelt der Ball bereits im Netz des TSV Bockum. Staunende Bewunderung auf den Rängen, Entsetzen bei den Akteuren des Bezirksligisten, denn einen schlechteren Start in ein Finale im Hallenfußball kann ein Team wohl kaum erwischen. Und wieder einmal war es Mike Grühn, der mit einem Geniestreich den Grundstein für einen Erfolg seines VfR Fischeln legte: Direkt nach dem Anstoß hatte sich der begabte Linksfuß den Ball geschnappt und das Leder mit einem knallharten Schuss aus dem Mittelkreis heraus direkt in den Torwinkel befördert. Knapp 15 Minuten später durften Grühn und Kollegen einen am Ende souveränen 6:2-Erfolg bejubeln und gleichzeitig den Titelhattrick bei den Krefelder Hallenstadtmeisterschaften.
Sieg der größeren Cleverness
Dabei war der dritte Erfolg nach den Triumphen 2006 und 2007 auch ein Sieg der größeren Cleverness. Während die Hußmanns-Elf mit starker Raumaufteilung im Turnierverlauf meist nur das Nötigste tat, begeisterte der Bockumer SV mit Hallenfußball vom Feinsten. Im Finale aber war Fischeln von Beginn an voll da und machte dem in den Runden zuvor noch so spielfreudigen Gegner das Leben schwer. Zehn Minuten lang war das Match dennoch völlig offen. Nach Grühns Blitztor hatte zunächst Sascha Haefs mit einem ähnlichen „Hammer“ ausgeglichen und Fabio Lippolis die erneute Fischelner Führung besorgt. Bockum rannte mit der Unterstützung des Publikums im Rücken an, der Tabellenzweite der Landesliga aber konterte eiskalt.
„Fischeln hat aus seinen ersten drei Chancen drei Tore gemacht, da haben wir etwas zu offensiv agiert“, sagte BSV-Coach Andre Verholt, der sich dennoch über die Leistung seiner Mannschaft freute. „Die Jungs haben super Fußball gespielt“, so Verholt. Sein Gegenüber blickte nach dem Erfolg schon voraus. „Der Titelgewinn ist eine schöne Sache, aber in diesem Jahr zählt für uns nur das Abschneiden in der Meisterschaft“, sagte Dieter Hußmanns. Gleichwohl freut er sich auf das Masters in Dülken. „Da können wir uns noch einmal einer breiten Öffentlichkeit präsentieren“, so der VfR-Trainer weiter. Im Halbfinale wurde es für den Favoriten besonders eng, denn der bis dahin eher harmlos auftretende VfB Uerdingen forderte die Fischelner beim 0:1 bis zur Schlusssirene.
Eine Enttäuschung war sicherlich das Auftreten von Gastgeber Linner SV. Die Mannen von Trainer Josef Cherfi konnten in keiner Partie spielerisch überzeugen und mussten sich in ihrer Gruppe mit dem letzten Platz zufrieden geben. Zu unkonstant agierte das junge Team von Preußen Krefeld. Guten Auftritten wie dem 1:1 gegen Fischeln oder dem 4:2 über Linn folgte im Halbfinale eine 2:6-Demontage gegen entfesselt aufspielende Bockumer. Für die drei A-Ligisten blieben in der Endrunde nur Nebenrollen, wobei Union am ehesten überzeugte. Spielsport hingegen fuhr ohne geschossenes Tor nach Hause.
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