Ringen: Germanias Aufstieg perfekt
VON DAVID UZGELDI UND OLIVER SCHAULANDT - zuletzt aktualisiert: 25.01.2008Der KSV Germania Krefeld hat am Grünen Tisch den bislang größten Erfolg in der Vereinsgeschichte perfekt gemacht: den Aufstieg in die Zweite Bundesliga. Möglich macht dies der Rückzug des AC Goldbach.
Ringen Der erfreuliche Anruf kam um 17.42 Uhr. Udo Fonger, Vorsitzender des Ringervereins KSV Germania Krefeld, nahm ab – und an der anderen Seite der Leitung war Karl Rothmer. Der ist Vizepräsident des Deutschen Ringerbundes, und in dieser Position teilte er Fonger definitiv mit, was schon seit einigen Tagen als Gerücht durch die Ringerszene wanderte: Der KSV Germania hat sich als NRW-Oberligameister direkt für die Zweite Bundesliga Mitte am Grünen Tisch qualifiziert.
Der Grund: Der Tabellenfünfte AC Goldbach hat mit sofortiger Wirkung sein Team aus der Klasse zurückgezogen und wird stattdessen in der kommenden Saison in der Hessenliga starten. Für Germania Krefeld, die 2004 noch in der Landesliga rangen, ist es nicht nur der vierte Aufstieg binnen sechs Jahren, sondern auch der bislang größte Erfolg in der Vereinsgeschichte.
„Ein großer Tag“
„Das ist ein großer Tag für den Krefelder Ringersport und unseren Verein“, sagte Fonger euphorisch. „Endlich haben einmal nicht die finanzstärksten Vereine die Nase vorne, sondern ein kleiner Verein wie unserer, der seine Stärke aus einem unglaublichen Teamgeist und intensiver Nachwuchsarbeit bezieht.“ Germania Krefeld erreichte den Titel mit einem Kader, der seit der Aufstiegssaison in die Oberliga 2005 fast unverändert blieb.
Auch in der kommenden Zweitligasaison bleibt die Mannschaft zusammen - alle Ringer haben schon unterschrieben. „Um in der zweiten Liga bestehen zu können, müssen wir uns aber auf zwei, drei Positionen noch verstärken. Lose Gespräche mit einigen interessanten Ringern habe ich bereits geführt. Allerdings wollen wir uns finanziell keinesfalls übernehmen“, sagt der Vorsitzende, der nun hofft, dass sich weitere Sponsoren finden, die den Club unterstützen wollen.
Die künftige Konkurrenz in der Zweiten Liga steht schon weitgehend fest: Neben Bundesligaabsteiger ASV Hüttigweiler werden dies RG Saarbrücken, TSV Gailbach, KSV Seeheim, RWG Mömbris-Königshofen, SC Siegf. Kleinostheim, TKSV Duisdorf und KV Riegelsberg sein. Als weiterer Aufsteiger neben Krefeld wird aus der Aufstiegsrunde entweder der KSC Germania Niedernberg oder die KSG Ludwigshafen in der Zweiten Liga Mitte vertreten sein, wobei der schlechter platzierte Verein nach Ende der Aufstiegsrunde dann in die ungeliebte, weil fahrtechnisch aufwändigere, Südgruppe rückt.
Für Krefeld ist die derzeit laufende Aufstiegsrunde nun sportlich bedeutungslos, aber dennoch eine gute Gelegenheit für die Mannschaft, sich schon einmal an starke Gegner zu gewöhnen.
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