Sportlicher Jahresrückblick: Julis Jahr
VON OLIVER SCHAULANDT - zuletzt aktualisiert: 28.12.2011Krefeld (RP). Für die Krefelder Badminton-Spielerin Juliane Schenk geht ein großartiges Jahr zu Ende. Bei der Weltmeisterschaft in London gewann sie Bronze, in der Weltrangliste kletterte sie auf Rang fünf. Jetzt ist Olympia 2012 ihr großes Ziel.
Am Ende fehlte das nötige Quäntchen Glück. Glück, damit Juliane Schenk auf die bislang erfolgreichste Saison ihrer Karriere noch das i-Tüpfelchen hätte setzen können. Doch beim Finale der Superseries-Turniere, vergleichbar mit den Grand-Slam-Turnieren im Tennis, setzte es drei Niederlagen in drei Spielen, so dass ihr der ganz große Wurf verwehrt blieb. Aber: Diese Niederlagen kassierte Deutschlands beste Badminton-Spielerin gegen Europas Nummer Eins Tine Baun, gegen Südkoreas Nummer Eins Sung Ji Hyun und gegen die Weltranglisten-Erste Yihan Wang – es gibt wahrlich Niederlagen, die wesentlich mehr schmerzen als gegen die besten Spielerinnen der Welt.
Olympia 2012
Die Olympischen Sommerspiele 2012 sollen vom 27. Juli bis 12. August 2012 in London stattfinden. London ist damit die erste Stadt, die zum dritten Mal Gastgeber ist; bereits 1908 und 1948 waren hier die Olympischen Sommerspiele ausgetragen worden.
Und Niederlagen gab es für Juliane Schenk im Jahr 2011 nicht sonderlich viele. Bei den deutschen Meisterschaften feierte sie ihren dritten nationalen Titel in Serie. Die 29 Jahre alte Sportsoldatin kletterte in der Weltrangliste zwischenzeitlich auf den fünften Platz, die bislang beste Platzierung in der Rangliste in ihrer Karriere. Möglich gemacht hatte dies der Gewinn einer schon fast historischen Bronzemedaille: So gut hatte noch nie eine Deutsche bei Weltmeisterschaften im vornehmlich asiatisch beherrschten Spiel mit dem Federball abgeschnitten.
Dabei war der Wettbewerb chaotisch wie nie: In London, in Sichtweite der Badminton-Arena und auch ihres Hotels, fanden regelrechte Straßenschlachten statt. Plündernde und brandschatzende Horden zogen durch die Gastgeberstadt von den Olympischen Spielen 2012, der ursprünglich Protest gegen Polizeiwillkür geriet völlig aus dem Ruder - Juliane Schenk saß mittendrin, passiert ist ihr und den anderen Sportlern aber zum Glück nichts.
Im September erreichte JUliane Schenk dann erstmals bei einem Superseries-Turnier das Finale: Bei den Japan Open in Tokio musste sich die WM-Dritte erst im Finale Weltmeisterin Wang Yihan aus China geschlagen geben. Auch bei den Bitburger Badminton Open, einem der wichtigsten Turniere in Deutschland, ging es weit, bis ins Halbfinale. Diese Erfolge trugen dazu bei, dass sie die Sportehrenplakette des Landes NRW verliehen bekam.
Und für 2012? "Ich will bei den olympischen Spielen in London 2012 Großes leisten, und wenn dann am Ende ein gewonnenes Edelmetall meinen Hals schmückt, bin ich die glücklichste Medaillengewinnerin aller Zeiten", sagt Juliane Schenk. Vielleicht hat sie ja dann dort das Glück, das ihr in China versagt blieb.
Jetzt weiterlesen und die Rheinische Post testen.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum

