Fußball: KFC: Warnung schon im August
VON OLIVER SCHAULANDT - zuletzt aktualisiert: 21.12.2007Ein Freundschaftsspiel im Januar soll offenbar der letzte Rettungsanker im Kampf gegen die drohende Insolvenz des KFC Uerdingen werden. Der Club ist bemüht, einen Gegner zu finden, der so viele Zuschauer ziehen soll, dass dadurch so viele Einnahmen fließen, um die Liquiditätslücke zu schließen. Das Spiel soll im Januar steigen; wer der Gegner sein wird, ist noch offen.
Besonders bitter an der derzeitigen Situation ist, dass die Verantwortlichen um Ralf Houben nicht erst seit gestern um die drohende Zahlungsunfähigkeit wussten. Bereits im August hatte der damalige Zweite Vorsitzende Christoph Aretz nach Durchsicht der finanziellen Unterlagen gewarnt, dass dem Club in der Winterpause die Zahlungsunfähigkeit drohen würde. Anschließend war er von seinem Posten zurückgetreten und hatte Houben empfohlen, es ihm gleichzutun.
Der wiederum hatte dies nicht gemacht und Aretz’ Behauptungen als geltungssüchtig zurückgewiesen. Wie sich jetzt herausstellt, hatte der Bahnangestellte schon damals Recht – und das, obschon der KFC mit einem Schnitt von 1276 Besuchern bei Heimspielen immerhin der Zuschauerkrösus der Liga ist. Zum Vergleich: Bei Spielens des Tabellendritten 1. FC Kleve etwa waren im Schnitt 20 Anhänger weniger zu Besuch.
Der Vorstand hat indes erste Gespräche mit der Mannschaft geführt und einige Spieler gebeten, für geringere Bezüge weiter zu machen. Wie die RP erfuhr, standen und stehen dabei vor allem Gespräche mit den „teuren“ Akteuren im Vordergrund, um dadurch die Gehaltszahlungen drastisch zu reduzieren.
Neben Trainer Aleksandar Ristic, der schon nach dem Spiel gegen Speldorf angekündigt hatte, bei den Bayern aus München um ein „Benefizspiel“ bitten zu wollen, sollen dabei besonders Sebastian Selke, Stephan Heller, Ales Kohout, Mike Manske, Pap Dione und Christian Knappmann im Blickfeld stehen. Letzterer hat bereits von sich aus angeboten, seinen Vertrag mit dem KFC aufzulösen, um den Club finanziell zu entlasten.
Offen ist nun, ob der KFC nicht auch noch einen Rückzug bei der geplanten Verpflichtung von Marcus Wedau zum 1. Januar machen muss.
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