Fußball: KFC will Aufbruchstimmung krönen
VON H.-G. SCHOOFS - zuletzt aktualisiert: 14.05.2008Freudentänze in der Pause, Trauermarsch nach dem Schlusspfiff. Unterschiedlicher hätte die Gefühlswelt für den KFC Uerdingen am Sonntag beim Spiel gegen den MSV Duisburg II nicht sein können.
Als die Mannschaft noch lange nach der 2:3-Niederlage in der Kabine hockte und grübelte, war Markus Erhard bereits im Krankenhaus. Seine Platzwunde über dem linken Auge aus der zweiten Halbzeit musste mit zwei Stichen genäht werden. Der Kapitän war nach einem Zusammenprall im KFC-Strafraum kurz behandelt worden. Als er auf den Rasen zurückkehrte, verschätzte er sich bei einer Flanke, die Terodde zum 1:2 für die Zebras ins Tor köpfte. „Ich habe nach der Verletzung vielleicht eine Zehntelsekunde abgeschaltet, und schon war es passiert“, sagte Erhard gestern. Warum er und seine Mannschaftskameraden danach einbrachen, kann er sich nur schwer erklären: „Vielleicht waren wir nicht clever genug. Oder es lag an den Kräften. Schließlich geht die Saison zu Ende.“
Trainer Klaus Berge gab gestern zu, dass sein Team nach der Pause den Eindruck erweckt habe, auf dem Zahnfleisch zu gehen: „Ich glaube aber, es lag mehr an der Zufriedenheit, die nach den erfolgreichen Spielen und der Leistung vor dem Wechsel herrschte.“ Letztendlich waren es aber wahrscheinlich die entscheidenden Szenen, wie zum Beispiel der Pfostenschuss von Özkaya oder Kohouts kläglicher Abschluss nach seinem tollen Solo.
Während viele KFC-Fans hinterher die NRW-Liga abhakten, zeigte sich Berge kämpferisch: „Unsere Chance, das Ziel zu erreichen, hat sich verschlechtert. Aber hätten wir gewonnen, wären wir auch noch nicht durch und würden den Ernst der Lage vielleicht unterschätzen. Jetzt sind wir hellwach. Wir haben den ersten Schritt verpasst, dann müssen wir Sonntag halt zwei Schritte machen.“ Der Trainer vertraut zum einen auf die Willenkraft seiner Mannschaft und zum anderen auf das Fairplay der Kölner, die ihr Heimspiel gegen Wuppertal nicht „verschenken“ werden.
Berge glaubt, dass am letzten Spieltag die Aufbruchstimmung beim KFC gekrönt wird: „Der Verein hat sehr harte Zeiten hinter sich. Viele Menschen haben dafür gesorgt, dass es weiter geht. Das muss belohnt werden.“ Dafür wird er selbst wieder an vorderster Front kämpfen: „Für Aberglaube ist jetzt keine Zeit mehr. Ich werde mich nicht mehr auf die Tribüne setzen und wieder an der Seitenlinie stehen.“
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