Fußball: Lakis: "Letzte Galgenfrist"
VON OLIVER SCHAULANDT - zuletzt aktualisiert: 21.10.2008KFC-Trainer Richard Towa wird am Dienstag mit dem Vorsitzenden Lakis ein Vier-Augen-Gespräch führen. Darin wird es um seinen Job gehen. Einige Spieler hingegen werden demnächst die zweite Mannschaft bereichern. Namen sind nicht bekannt. Oder besser: noch nicht.
Am Montag wurde mal wieder eine ganze Menge geredet beim KFC Uerdingen. Das ist im Grunde auch gut so, weil sich nur so Missverständnisse und dergleichen aus der Welt räumen lassen. Traurig ist nur das Thema, um das es gestern ging: die miserable Leistung vom vergangenen Sonntag. Denn wer die 1:3-Niederlage gegen das bis dato noch sieglose Schlusslicht Cronenberg gesehen hatte, der weiß, dass es in der Tat allerhand Gesprächsstoff beim KFC gab.
Und so redeten sie jetzt miteinander. Die Spieler untereinander, der Trainer mit der Mannschaft, die Trainer untereinander, der Trainer mit dem Vorstand, der Vorstand unter sich und der Vorstand mit der Mannschaft. Ob dabei etwas herausgekommen ist? Das wird sich in den kommenden Tagen zeigen. Denn dann wird weiter geredet.
Noch kein Urteil
Im Streitfall zwischen Stephan Heller und dem KFC Uerdingen hat das Arbeitsgericht Krefeld noch kein Urteil gesprochen. Hellers Anwalt ist aufgefordert worden, sich erneut schriftlich zu äußern, ein neuer Kammertermin wurde für den 28. November anberaumt. Heller klagt auf Wiedereinstellung, der KFC-Vorstand geht davon aus, dass sein bis zum 30.Juni 2009 laufender Vertrag durch den Abstieg des KFC ungültig ist.
Am Dienstag zum Beispiel unter vier Augen, zwischen Trainer Richard Towa und dem Vorsitzenden Lakis. „Wenn ich das Gefühl habe, es funktioniert nicht, dann muss ich auch den Trainer in Frage stellen“, sagte Lakis bereits vielsagend. Eine bedingungslose Rückendeckung sieht anders aus. Eine Personalentscheidung sollte aber bis gestern Nacht nicht fallen. Von daher bleibt der Kameruner Trainer beim KFC – zumindest vorerst.
„Ich möchte wissen, woran die Mannschaft glaubt. Wir machen alles, um optimale Bedingungen für einen erfolgreichen Fußball zu bieten. Unser Ziel und Anspruch sind der Aufstieg, ohne Wenn und Aber. Es ist jetzt eine Minute vor Zwölf, das müssen die Spieler begreifen. Wir geben ihnen jetzt eine letzte Galgenfrist“, sagte Lakis, der weiter nicht ausschloss, dass es manchen Akteur treffen könnte, der künftig in der Zweiten Mannschaft und in der Kreisliga C kicken wird.
Namen allerdings nannte er nicht: „Es wird jetzt kein Bauernopfer geben“, sagte Lakis. Doch er brauchte auch nicht unbedingt Namen zu erwähnen. Denn die Auswechslung eines Stürmers (Patrick Ziegler) zur Halbzeit trotz eines 0:2-Rückstandes sagt eigentlich schon mehr als genug aus – auch wenn am Samstag sicher die halbe Mannschaft unter der Dusche besser aufgehoben gewesen wäre. Die freilich kann man während einer Saison nicht austauschen. Und dann, so Lakis, „greifen leider auch die Gesetze des Marktes. Eine Garantie hat kein Trainer.“
Immerhin bekräftigte er erneut, dass der KFC auf dem Transfermarkt noch zuschlagen werde. „Ein, zwei Spieler“ habe er schon an der Angel, am Dritten würde noch gebastelt. Spätestens zur Winterpause aber soll nachgelegt werden. Vor allem im Null-Tore-Sturm, wo mit Ausnahme von Gustav Policella die Spieler bislang den Eindruck erweckten, als würden sie, falls sie mit einem Boot umkippen würden, noch nicht einmal das Wasser treffen.
Ob Mike Manske einer der Neuzugänge werden wird, ist indes weiter offen. Darüber wird laut Lakis auch noch geredet. Genauso wie mit der Spruchkammer. Allerdings lässt der KFC da reden: seinen Anwalt nämlich. Der soll mit seinen Worten dafür sorgen, dass dem KFC die Punkte aus der Partie gegen den SC West erhalten bleiben. Ein Verhandlungstermin steht jedoch noch nicht fest. Aber es gibt ja auch noch ausreichend andere Themen für die Uerdinger, bei denen akuter Redebedarf herrscht.
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