Cheerleader: Meisterlicher Hühnerhaufen
VON OLIVER SCHAULANDT - zuletzt aktualisiert: 24.06.2008 - 10:00Die Cheerleader-Gruppe Loony Dolphins des SC Bayer Uerdingen hat die Deutsche Meisterschaft gewonnen. Durch den Erfolg in Dresden haben sich die Mädels jetzt auch für die Weltmeisterschaften im kommenden Jahr qualifiziert.
Nein, so richtig fassen können Kamila Blumski und Oxana Prokoptschuk es noch immer nicht. Das polnisch-russische Trainerduo ist auch am Tag danach noch immer heiser. Doch das dürften die beiden bald verkraftet haben – zumal sich der stimmliche Einsatz gelohnt hat: Ihre Auswahl, die Cheerleader-Gruppe Loony Dolphins des SC Bayer Uerdingen hat völlig überraschend in Dresden die vom Cheerleading- und Cheerdance-Verband Deutschland ausgerichtete Deutsche Meisterschaft gewonnen. Damit hat sich das Team zudem noch für die Weltmeisterschaft in Orlando/Florida qualifiziert, die im kommenden April ausgetragen wird.
„Dabei waren wir nach dem Auftritt eigentlich sehr deprimiert“, schildert Kamila Blumski die Gefühlslage ihrer Auswahl nach dem Auftritt in Dresden. Denn die Zeit lief den Mädels davon, ihre einstudierte Kür dauerte noch an, als die Musik bereits abgelaufen war. „Dadurch haben wir die letzte Figur nicht mehr zeigen können“, sagt Blumski. „Das kostet normalerweise mindestens einen Platz.“ Das anvisierte Ziel, der fünfte Platz, schien dadurch bereits in Gefahr. „Doch als der Sprecher dann die einzelnen Platzierten bekannt gegeben hat, haben wir immer mehr gezittert. Unglaublich, dass wir es am Ende doch geschafft haben“, sagt Oxana Prokoptschuk. „Danach hat der Ausnahmezustand bei uns geherrscht.“
Gerechnet hatten die beiden Übungsleiterinnen nicht mit diesem Erfolg. Schließlich trainieren die Dolphins erst seit knapp anderthalb Jahren zusammen, und „die Mädels sind ein absoluter Hühnerhaufen“, sagt Kamila Blumski und lacht. Trotzdem betreiben die 22 Cheerleader ihren Sport durchaus ernsthaft, trainieren bis zu fünf Mal in der Woche – wenn es sein muss, auch mal auf dem Parkplatz. „Wir bekommen nicht immer ausreichend Hallenzeiten“, sagt Blumski.
Vor der Weltmeisterschaft wollen die Mädels jetzt ihre Kür weiter perfektionieren. Dabei müssen sie allerdings auf eine ihrer Trainerinnen zumindest zu einem großen Teil verzichten. Kamila Blumski zieht im Zuge ihres Bachelor-Studiums für ein gutes halbes Jahr nach Spanien, kann dann nur aus der Ferne mithelfen. „Aber wir werden uns per E-Mail oder Telefon absprechen“, sagt sie.
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