Fußball: Merks möglicher Erbe
VON SENTHURAN SIVANANDA - zuletzt aktualisiert: 27.07.2007 - 10:00Der Krefelder Fußball-Schiedsrichter Alexander Hoff darf ab der kommenden Saison Spiele in der Oberliga leiten. Der 25-Jährige steht erst am Anfang der Karriere – und träumt von einem Einsatz in der Bundesliga.
Deutschlands Vorzeige-Schiedsrichter Markus Merk muss in zwei Jahren seine Pfeife an den Nagel hängen. Dagegen steht der Krefelder Referee Alexander Hoff mit seinen 25 Jahren erst am Anfang einer möglicherweise großen Karriere. Hoff wird in der kommenden Saison seinen Einstand als Oberliga-Schiedsrichter geben. Dass er auch dort zu überzeugen mag, daran glaubt Kreisschiedsrichterobmann Werner Gatz. „Er ist ein sehr guter, junger aufstrebender Schiedsrichter mit viel Einsatz und Gefühl für die Spielleitung”, urteilt Gatz, der früher selbst als Schiedsrichterassistent in der ersten und zweiten Liga an der Linie stand. Ob es Hoff ebenfalls bis ins Fußball-Oberhaus schaffen kann, ist laut dem Kreisschiedsrichterobmann freilich noch nicht vorhersehbar.
Nahziel ist die NRW-Liga
Spitzenschiris
Drei in der Oberliga Der Fußballkreis 6, Kempen/Krefeld, stellt mit den Krefeldern Alexander Hoff und Andreas Stattrop sowie dem Brüggener Roland Inderhees drei und damit die meisten Oberligaschiedsrichter der Fußballkreise.
Gute Arbeit Kreisschiedsrichterobmann Werner Gatz zeigt sich erfreut über die Entwicklung. „Gute Arbeit im Kreis, das richtige Händchen bei der Auswahl, das wichtigste aber ist das Können der Schiedsrichter”, sind seiner Meinung nach verantwortlich für den „Erfolg” der hiesigen Unparteiischen.
Der 25-Jährige selbst setzt sich eher beschiedene Ziele. „Natürlich wäre es ein Traum, in der Bundesliga zu pfeifen oder zu assistieren. Aber ich denke von Schritt zu Schritt. Deswegen wäre es als nächstes schön, den Sprung in die neue NRW-Liga zu schaffen und danach, wenn möglich, in der Regionalliga zu pfeifen.”
Seine Karriere als Unparteiischer begann der Krefelder 2000 im Alter von 18 Jahren. „Damals haben einige Freunde von mir den Schiedsrichterschein gemacht und da mich die Sache schon immer interessiert hat, habe ich mitgemacht”, erinnert er sich. Wie (fast) alle Pfeifenmänner jagte auch Hoff zuvor aktiv dem Ball hinterher. Zwölf Jahre lang spielte er beim Bockumer SV. Von den Bambini angefangen, durchlief er alle Altersstufen in der Jugendabteilung des Vereins, eher er mit 19 Jahren seine Karriere als Fußballspieler beendete.
Noch ist der Referee hauptberuflich Student. Nach Beendigung des Betriebswirtschaftslehre-Studium Ende dieses Jahres, wird er jedoch einen Job in der Unternehmensberatung übernehmen. Dadurch wird es etwas schwieriger, Zeit für sein Hobby als Schiedsrichter zu nehmen. Das weiß auch Alexander Hoff: „Als Student kann ich mir die Zeit selber einteilen. Im Berufsleben wird es schon schwieriger. Je höher man pfeift, desto mehr Zeit wird benötigt. Und wenn du irgendwann einmal Bundesliga-Spiele leiten darfst, dann musst du dich entscheiden: entweder volle Konzentration auf den Beruf oder auf das Schiedsrichterwesen.”
Tätlich angegriffen, wie manch andere Kollegen, wurde Hoff noch nicht. Aber dafür muss er verbal manchmal einiges einstecken. „Die Hemmschwelle ist bei den meisten nicht sehr hoch”, berichtet der 25-Jährige und fordert, „dass Spieler und Funktionäre nicht mehr ständig den Schiedsrichter die Schuld geben, wenn ihre Mannschaft verloren hat”.
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