Fußball: "Mit Ailton käme ich klar"
zuletzt aktualisiert: 20.10.2009 - 16:15Kommt der Brasilianer Ailton zum KFC Uerdingen oder nicht? Hinter den Kulissen wird alles vorbereitet - und auch KFC-Trainer Wolfgang Maes, der keine Undiszipliniertheiten duldet, freut sich schon.
KFC-Trainermanager Wolfgang Maes zum erhofften Sensationstransfer der Uerdinger
Herr Maes, wollen Sie Ailton eigentlich auch haben?
Maes Naja, Fußballspielen kann er doch soweit ich weiß.
Aber menschlich soll er ja nicht ganz unproblematisch sein...
Maes Ach, ich bin schon länger im Geschäft als Ailton, schließlich bin ich seit 30 Jahren Trainer. Und bislang bin ich noch mit jedem klar gekommen, und vom Gefühl her weiß ich, dass ich auch mit ihm kein Problem hätte. Jeder hat halt so seine Macken, und Brasilianer ticken eh anders.
Wie realistisch schätzen Sie den Transfer ein?
Maes In der Transferangelegenheit bin ich nicht so drin, das macht Herr Lakis mit dem Berater aus. Fakt ist: Der KFC hat Interesse an ihm. Jetzt muss man sehen, ob er bezahlbar ist – und ob er bereit ist, mit seinen 36 Jahren in der sechsten Liga noch aufzulaufen und sich auch in unsere Mannschaft einzufügen. Man muss dabei eben zwei Seiten sehen.
Nach dem großen Wirbel müsste er doch eigentlich auch immer spielen.
Maes Wie gesagt: Auch ein Ailton muss sich in die Mannschaft einfügen. Der Aufstieg muss weiterhin an erster Stelle stehen, das ist unser große Ziel. Was nutzt es uns, wenn wir am Saisonende bloß Dritter werden, aber dafür einen Ailton im Kader haben?
Glauben Sie denn, dass er auch fit genug ist?
Maes Naja, er wird ja in China nicht nur auf der Liege liegen. Wenn er kommen sollte, wird er sicherlich auch einigermaßen fit sein. Und die Qualität hat er auch. Die Frage ist nur: Nimmt er die Liga an, und ist er bereit, dem KFC zu helfen?
Wie hat die Mannschaft reagiert?
Maes Ganz ehrlich? Am Montag beim Training ist der Name nicht ein einziges Mal gefallen.
Befürchten Sie nicht, dass sein Gehalt für Neid innerhalb der Mannschaft sorgt? Er will ja angeblich 150 000 Euro haben...
Maes Zahlen kenne ich nicht, aber es ist klar, dass so ein Mann sicherlich nicht auf 400 Euro-Basis spielen wird. Aber er ist natürlich auch eine andere Hausnummer und hat in seiner Laufbahn auch entsprechende Erfolge nachzuweisen, war Bundesliga-Torschützenkönig, Deutscher Meister und und und. Außerdem ist letztlich jeder Spieler selbst für seinen Vertrag verantwortlich, also auch für sein Gehalt. Zudem muss man ja auch sagen, dass er für uns ein absolutes Zugpferd wäre, ein Zuschauermagnet. Das sieht man ja schon jetzt, wie die Medien reagieren – weltweit. Das ist ein anderes Kaliber, als wenn ich einen Spieler vom TV Jahn Hiesfeld zu uns hole. Das interessiert dann kaum jemanden.
Passt er denn in die Mannschaft?
Maes Für den einen oder anderen Spieler wäre es sicherlich ein absolutes Highlight, mit Ailton in einer Mannschaft zu spielen. Aber wir werden keine Zirkusnummer aus ihm machen. Auch er muss seine Leistung bringen, damit ich ihn spielen lasse.
Oliver Schaulandt führte das Gespräch
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