Jahresrückblick 2007 - Tennis: Oh, wie war das schön
VON OLIVER SCHAULANDT - zuletzt aktualisiert: 22.12.2007 - 12:45Der Krefelder KönigPalast war Anfang Februar Gastgeber der deutschen Davis-Cup-Mannschaft. Die Auswahl von Teamchef Patrik Kühnen schlug vor 4600 Zuschauern Kroatien mit 3:2.
Oh, wie war das schönDeutschland - Kroatien 3:2
1. Tag: Tommy Haas - Rade Ancic 2:6, 6:4, 6:4, 6:4; Benjamin Becker - Ivan Ljubicic 7:6 (7:4), 4:6, 2:6, 3:6
2. Tag: Alexander Waske/Michael Kohlmann - Ljubicic/Ancic 6:4, 6:2, 7:6 (7:5)
3. Tag: Haas - Ljubicic 6:2, 7:6 (8:6), 6:4; Becker - Marin Cilic 4:6, 6:1, 1:6
„Wir sind stolz auf unser Team“, schallte es am 11.Februar durch den KönigPalast. Der Chor bestand aus 4600 Tannisfans, die gerade Zeuge geworden waren, wie Tommy Haas mit einem Ass seinen Dreisatzerfolg gegen den Kroaten Ivan Ljubicic perfekt gemacht hatte. Die deutsche Nummer Eins war einer der Garanten für den 3:2-Erfolg der deutschen Davis-Cup-Mannschaft gegen die als favorisiert eingeschätzten Kroaten in der ersten Runde - der größte Erfolg seit sechs Jahren.
Drei Tage lang stand der KönigPalast im Mittelpunkt des Interesses der deutschen Tennisfans. Der deutsche Teamchef Patrik Kühnen, selbst zweifacher Gewinner des wertvollsten Mannschaftswettbewerbes im Tennis der Welt, hatte Tommy Haas, Benjamin Becker, Alexander Waske, Michael Kohlmann und Philipp Kohlschreiber nominiert. Nach zahlreichen Diskussionen im Vorfeld entschied er sich dafür, erneut einen Becker im Einzel zu bringen. Das sorgte für allerhand Gesprächsstoff, zumal Becker am ersten Tag nach dem gewonnenen Eröffnungssatz gegen den Aufschlagriesen Ljubicic nahezu chancenlos war. Doch allen voran Tommy Haas mit zwei grandiosen Einzelsiegen und einem gewohnt starken Doppel Waske/Kohlmann führten die deutsche Auswahl zum Sieg im 200. Auftritt einer deutschen Mannschaft im Davis Cup überhaupt.
Dabei hatte es für Haas vor allem gegen Rade Ancic nicht sonderlich gut ausgesehen - auch, weil der Kroate einen fantastischen Tag erwischt hatte. Vor allem im ersten Satz, den Haas 2:6 abgab, fand der Deutsche kaum ein Mittel gegen die „Tenniswans aus Kroatien“. Ancic servierte seinerzeit stark und erreichte eine Quote von 95 (!) Prozent eigener Punkte, wenn er seinen ersten Aufschlag ins Feld unterbrachte. Doch angefeuert von einer begeisterten Fanmenge pushte sich der gebürtige Hamburger noch einmal auf, drehte das Match und gewann letztlich in vier Sätzen.
Krefeld war zum ersten Mal Standort einer Davis Cup-Partie gewesen. Und offensichtlich genossen die Tennisspieler der absoluten Weltspitze ihren Aufenthalt in der Seidenstadt - Wiederholung also nicht ausgeschlossen. „Wir hatten eine nahezu optimale Woche“, resümierte Teamchef Patrik Kühnen nach dem Erfolg im Gespräch mit der RP. „Mit unserem Quartier waren wir hoch zufrieden, die Trainingsbedingungen waren ebenfalls klasse. Der KönigPalast ist ein kleines Schmuckkästchen, und die Fans in Krefeld waren der absolute Wahnsinn.“
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