Fußball: Oje, KFC
VON HEINRICH LÖHR - zuletzt aktualisiert: 22.09.2008Die Meisterschaftshoffnungen des KFC Uerdingen haben gestern einen herben Dämpfer erhalten. Gegen den SV Straelen kam die Mannschaft von Trainer Richard Towa beim 2:6 in der Grotenburg ordentlich unter die Räder.
Niederrheinliga Was haben Bayern München und der KFC Uerdingen gemeinsam? Beide waren mit dem Anspruch in die Saison gestartet, die Meisterschaft in ihren Ligen zu dominieren, und beide erlitten am vergangenen Wochenende deftige Heimniederlagen. Wobei die Uerdinger mit ihrer 2:6 (1:3) Klatsche gegen den SV Straelen das 2:5 der Münchener sogar noch um einen Gegentreffer toppten.
Zum Tag des offenen Tores hatte gestern die Uerdinger Abwehr eingeladen. Allen voran Linksverteidiger Erviin Zukanovic, der seinen Gegenspieler und dreifachen Torschützen, Niklas van Houdt, nie in den Griff bekam. So etwa in der 19. Minute als er van Houdt nicht entscheidend beim Kopfball aus 14 Metern störte. Und als auch noch Torwart Björn Kreil beim Zurücklaufen ausrutschte, sprang der Ball von der Unterkante der Latte zur 1:0 der Gäste hinter die Linie. „Ein glücklicher Treffer“, befand denn auch Gäste-Trainer Horst Kuchartz.
So spielten sie
KFC: Kreil – Kegel, Bozic, Erhard, Zukanovic (59. Kyei) – Ziegler, Geiger, Maas (34. Machnik), Mangiapane (52. Özkaya) – Donkor, Policella
Tore: 0:1 (19.), 1:3 (45.), 2:4 (54.) van Houdt, 0:2 (32.), 2:6 (75.) Pütters, 2:5 (74.) Clarke, 1:2 (36.) Geiger, 2:3 (51.) Mangiapane
Zuschauer: 1.304
Schiedsrichter: David Sutterle
Beim 0:2 in der 32. Minute wurden weder Flankengeber van Houdt noch Torschütze Thomas Pütters auch nur ansatzweise bei ihren Aktionen gestört. Ein planvolles Uerdinger Aufbauspiel fand nicht statt, was am aggressiven Forechecking der Gäste gepaart mit dem Fehlen der Kreativkräfte Alexander Hettich und Marcus Wedau lag. Zum 1:2 Anschlusstreffer musste deshalb eine Standardsituation, ein aus 20 Metern direkt verwandelter Freistoß von Dennis Geiger, herhalten (36.). Doch noch vor dem Pausenpfiff war es wiederum van Houdt, der mit einem trockenen Schuss von der Strafraumgrenze den alten Zwei-Tore-Abstand wieder herstellte (45.).
An der Straelener Überlegenheit änderte auch der neuerliche Anschlusstreffer, den Luciano Mangiapane in der 51. Minute, als er den Ball aus kurzer Entfernung über die Linie bugsierte, nichts. Beinahe nach Belieben erhöhte das Team des früheren Uerdinger Vorsitzenden Hermann Tecklenburg das Ergebnis. Zunächst schaltete – wiederum van Houdt – nach einem Lattenabpraller schneller als die gesamte Uerdinger Hintermannschaft und drosch den Ball zum 2:4 (54.) in die Maschen. Das 2:5 (74.) erzielte der frühere Uerdinger Sebastian Clarke per Kopf, und für den 2:6 Endstand (75.) zeichnete wiederum Pütters verantwortlich.
„Meine Mannschaft hat auch bei diesem Spielstand immer noch versucht, nach vorne zu spielen.“ Die Spielanalyse von KFC-Coach Richard Towa passte sich in gewisser Weise dem Spiel der Mannschaft an, klang sie doch wie das berühmte Pfeifen im Wald. Aber nach diesem Spielergebnis lagen bei fast allen Beteiligten die Nerven mehr als blank, was auch etliche verbale Auseinandersetzungen noch weit nach Spielende zwischen Zuschauer und Spielern zeigten.
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