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Hockey: Polonäse schon vor dem Spiel

VON OLIVER SCHAULANDT - zuletzt aktualisiert: 10.09.2007

Eigentlich hätte der CHTC sein Auftaktmatch gegen Alster Hamburg schon verloren. Der Mannschaftsbus steckte auf der Autobahn fest. Die Schiedsrichter hatten die Partie schon für Krefeld als verloren gewertet, doch Alster trat noch an – und verlor im Siebenmeterschießen.

Hockey Fairnesspreise im Sport haben den Nachteil, dass sie meist keine Punkte einbringen. So erging es auch dem Club an der Alster Hamburg gegen den Crefelder HTC. Der Mannschaftsbus der Krefelder steckte in einer Autobahn-Vollsperrung fest, und trotz zweimaliger Verlängerung der Wartezeit schaffte der CHTC es nicht pünktlich zum Anstoß. Als die Schiedsrichter und der Alster-Vorstand die Partie bereits als gewonnen gewertet hatten, kam der Bus mit insgesamt 63-minütiger Verspätung endlich an – und die CHTCler stiegen in voller Montur aus. Daraufhin schlossen sich die Alsteraner Spieler zusammen und entschieden: „Wir spielen.“ Das hätten sie im Nachhinein vermutlich besser nicht gemacht: Es setzte am Ende eine 4:5 (1:1)Niederlage nach dem neu eingeführten Siebenmeter-Schießen. Und weil Krefeld gestern gegen Berlin ein 2:1 nachlegte, führt die Auswahl von Trainer Dietmar Alf schon wieder die Tabelle an. „Respekt vor so viel Fairness“, kommentierte CHTC-Teammanager Robert Haake das sportliche Verhalten des Deutschen Meisters.

Immerhin muss es in den letzten Minuten vor dem Beginn der Partie hoch her gegangen sein. Nicht nur, weil die Jungs sich noch im Bus umgezogen hatten, auch das Warmmachen fand irgendwo auf der Autobahn kurz vor Hamburg statt. „Wir haben uns mit einer Polonäse im Bus warm gemacht“, berichtete Trainer Alf schmunzelnd von der wohl kuriosesten Aufwärmphase einer CHTC-Mannschaft in der Vereinsgeschichte.

Als dann endlich gespielt wurde, wuchs CHTC-Torwart Christian Schulte einmal mehr über sich hinaus. Nicht nur während der regulären 70 Minuten bot er eine starke Vorstellung, vor allem im Siebenmeterschießen bewies er einmal mehr, dass er ein sicherer Rückhalt ist: Beim Stand von 3:3 im Siebenmeterschießen parierte er zunächst gegen Benedikt Sperling, nach dem 4:3 blieb er Sieger gegen Alexander Sahmel – und der CHTC durfte erneut zur Polonäse ansetzen.

Auch gestern gegen Berlin wurde der Nationaltorhüter zum Matchwinner für Krefeld. In einer über weite Strecken ausgeglichenen Partie war Berlin nach 13 Minuten in Führung gegangen, die Kapitän Matthias Witthaus nach 37 Minuten ausglich. In der 63. Minute meisterte „Schütti“ erneut einen Siebenmeter, ehe Matthias Witthaus nach Kurzer Ecke der Siegtreffer gelang.

Mit diesen beiden Erfolgen führt der Crefelder HTC nun erneut die Tabelle der Bundesliga an. Unmittelbare Verfolger sind der Uhlenhorster HC, die TG Frankenthal und Aufsteiger Düsseldorfer HC, die jeweils einen Punkt weniger auf dem Habenkonto verbuchten.

Quelle: RP

 
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