Tennis: Rettung in letzter Sekunde
VON H.-G. SCHOOFS - zuletzt aktualisiert: 18.08.2008Tennis-Bundesligist HTC Blau-Weiß Krefeld stand am Samstag im letzten Punktspiel in Erfurt nach den Einzeln schon mit einem Bein in der Zweiten Liga und musste beide Doppel gewinnen. Das gelang dann tatsächlich noch in einem dramatischen Finale.
Tennis Spannender und vor allem dramatischer hätte der Abstiegskampf für die Blau-Weißen im Fernduell mit dem TV Reutlingen nicht enden können. Nach vier Einzeln und einem Doppel lagen die Krefelder am Samstag in der thüringischen Landeshauptstadt mit 2:3 zurück. Zu diesem Zeitpunkt hatte Reutlingen in Halle schon verloren. Also musste das Duo Diego Junqueira/Dennis van Scheppingen unbedingt gewinnen. Die Entscheidung musste im Champions-Tiebreak fallen. Die Krefelder führten mit 8:5, als die Erfurter Paarung Ulihrach/El Aynaoui vier Punkte in Folge machte, damit den ersten Matchball hatte und den Abstieg der Blau-Weißen besiegeln konnte. Doch Junqueira wehrte mit seinem Aufschlag den Sturz in Liga zwei ab und brachte beim nächsten Ballwechsel den HTC mit 10:9 in Front. Jetzt schlug Uhlirach auf, der sich beim dann folgenden Ballwechsel einen Fehler leistete. Damit war Krefeld gerettet. Junqueira und van Scheppingen warfen vor Freude ihre Schläger weg. Dann stürmten die Mannschaftskameraden den Platz. Auch Clubchef Hajo Ploenes hielt nichts mehr auf den Rängen. Viermal in Folge gelang den Blau-Weißen nun schon der Klassenverbleib im Oberhaus. Angesichts der bescheidenen Möglichkeiten des Stadtwald-Teams eine stolze Leistung.
Wie erwartet, hatten die Gastgeber eine starke Mannschaft aufgeboten. Ihre Nummer eins, Dominik Hrbaty, war erst kurz vor Spielbeginn eingeflogen. An Position zwei eröffnete Franco Ferreiro gegen den Tschechen Ulihrach das Krefelder „Endspiel“. Als der erste Satz im Tiebreak beim Stande von 5:3 für den Erfurter verloren schien, drehte Ferreiro den Spieß noch um (7:5). Er musste sich im zweiten Satz dem Olympiateilnehmer beugen und konnte auch im Champions-Tiebreak nichts mehr retten.
Wenig Mühe hatte dagegen Dennis van Scheppingen an Position vier. Der Niederländer, der am Morgen im Erfurter Dom eine Kerze angezündet hatte, schien vom göttlichen Beistand beflügelt und fegte den Österreicher Mirnegg im ersten Satz förmlich vom Platz. Auch wenn sein Gegner danach mehr Gegenwehr zeigte, ließ van Scheppingen nichts mehr anbrennen.
Da Christian Villagran an Position drei ohne Chance war, ruhten die Hoffnungen der Krefelder im Spitzeneinzel des Tages auf Junqueira. Der kleine Argentinier bewies nach klar verlorenem ersten Satz seine Kämpfer-Qualitäten. Im Champions-Tiebreak hatte der Slowake Hrbaty das Glück auf seiner Seite. Damit waren die Chancen der Blau-Weißen auf den Klassenerhalt fast bis auf den Nullpunkt gesunken. Doch dann kam das grandiose Ende mit der Rettung in letzter Sekunden.
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