Fußball: Rolf Schafstall wird heute 75 Jahre alt
zuletzt aktualisiert: 22.02.2012 - 12:18Krefeld (RP). Der ehemalige Bundestrainer Rolf Schafstall wird heute 75 Jahre alt. Der gebürtige Duisburger gilt bis heute als Inbegriff des autoritären, kompromisslosen Fußball-Trainers und war bei seinen insgesamt zwölf Profi-Stationen zwischen 1975 und 1994 vorwiegend im Abstiegskampf beschäftigt.
Die größten Spuren hinterließ er beim VfL Bochum, bei dem zwischen 1981 und 1986 unter seiner Führung der Mythos der „Unabsteigbaren“ begründet wurde. Seinen 75. Geburtstag verbringt der Krefelder bei bester Gesundheit mit seiner Frau Hildegard auf den Malediven.
Rudolf „Rolf“ Schafstall wuchs mit sieben Geschwistern im Schatten der Fördertürme in Duisburg Hamborn-Neumühl auf und arbeitete später als Gruben-Elektriker auf der Zeche Neumühl. So knochenhart wie sein Job war, spielte er auch Fußball. Als Abwehrspieler bei Hamborn 07 und dem SSV Reutlingen machte er Weltklasse-Stürmern wie Helmut Rahn das Leben schwer. Als Trainer-Assistent lernte er ab 1975 beim MSV Duisburg bei Willibert Kremer. Als Kremer im März 1976 gehen musste, wurde Schafstall zum Chefcoach befördert und rettete den MSV vor dem Abstieg. In der Saison 1978/79 erreichte er mit den Meiderichern das UEFA-Cup-Halbfinale, das die Zebras gegen den späteren Sieger Borussia Mönchengladbach verloren. „Das war eines der Highlights meiner Trainerkarriere“, sagte er und fügte gleich noch seine erste Zeit beim VfL Bochum hinzu. Mit eiserner Hand und mit Hilfe von „Ziehsöhnen“ wie Lothar Woelk, Michael „Ata“ Lameck, Walter Oswald oder Heinz Knüwe hielt er den Revier-Klub zwischen 1981 und 1986 in der ersten Liga. „Ich habe die scheinbar unmöglichen Jobs geliebt. Das war für mich positiver Stress“, sagt Schafstall.
1986 wechselte er zum Revier-Nachbarn Schalke 04. Und auch dort fiel er durch konsequentes Handeln auf. Er stellte den damaligen Präsident Hans-Joachim Fenne vor die Wahl: Entweder Manager Rudi Assauer verlässt den Verein, „oder ich tue es“ - Assauer ging.
Sein letzter Einsatz als Profi-Trainer führte ihn zum Ende der Saison 2001 auf seiner 16. Trainer-Station erneut nach Bochum, nachdem Präsident Werner Altegoer seinen alten Freund um Hilfe gebeten hatte. Diesmal klappte es nicht mehr mit dem Klassenverbleib für den VfL. Zwei Jahre zuvor hatte Schafstall bundesweit für Negativschlagzeilen gesorgt. Ein Zitat aus dem Nachrichtenmagazin Spiegel kostete ihn im März 1999 nach nur 57 Tagen seinen Job als Coach bei Dynamo Dresden: „Dreck, wo du hinguckst. In der Kabine steht keiner auf, hört keiner zu. Die sind nicht zur Arbeit erzogen worden, zu nichts. Kein Anstand, alles Ossis.“ Der ehemalige Bundesliga-Trainer Rolf Schafstall wohnt in Krefeld.
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