Fußball: Viel Arbeit für Weidemann
VON OLIVER SCHAULANDT - zuletzt aktualisiert: 15.11.2008Gegen den Tabellenführer Union Solingen spielte der KFC Uerdingen nur eine Viertelstunde richtig gut mit. Doch mit dem Ausgleich verloren die Blau-Roten den Faden – und anschließend die Partie mit 1:3.
Ein Einstand nach Maß sieht anders aus: Der KFC Uerdingen unterlag gestern Abend einem souverän auftretenden Spitzenreiter Union Solingen verdient mit 1:3 (1:2). Uwe Weidemanns Premiere als neuer Trainer ging also in die Hose. Immerhin nahm der 45-Jährige eine wichtige Erkenntnis mit aus der Partie: „Wir haben noch sehr sehr viel Arbeit“, sagte der Übungsleiter nach der Partie.
Dabei hatte es glänzend für die Krefelder angefangen. Gleich mit der ersten Möglichkeit durften die 1326 Zuschauer in der Grotenburg jubeln – sofern sie Anhänger der Blau-Roten waren. Gustav Policella war es, der mit seinem fünften Saisontreffer die Führung erzielte (2.). Auch in der folgenden Viertelstunde gingen die Uerdinger couragiert zur Sache, hielten Solingen vom eigenen Strafraum fern. Doch diese Ordnung ging nach dem Ausgleich durch den kaum zu haltenden Lopez-Torres (18.) verloren. Der Tabellenführer kam besser ins Spiel, praktizierte zwar simplen, aber effektiven Fußball. Mit einem flachen Ball spielte er meist seinen Sturmführer an, und der ging dann aufs Tor los. So auch in der 39. Minute, als die Uerdinger Abwehr für kurze zeit in eine Art Sekundenschlaf gefallen war, Lopez-Torres von Cozza geschickt wurde und daraufhin das 2:1 erzielte.
Nach dem Wechsel verflachte das Spiel. Solingen erhöhte durch Cozza nach zehn Minuten auf 3:1, und anschließend verwalteten die Gäste den Vorsprung. Gute Strafraumszenen der Uerdinger gab es nicht mehr zu sehen, sieht man mal von dem Kopfball Dennis Geigers ab, den er nach einem Freistoß von Alexander Hettich knapp neben das Tor setzte (65.). Lediglich der jüngste im Team, David Machnik, der für den schwachen Freddy Donkor gekommen war, wusste zu gefallen. Die Fans sahen das genauso, und nach dem Schlusspfiff skandierten sie: „Außer Machnik könnt ihr alle gehen.“
Besonders erschreckend war das Verhalten und die Ausführung von Standardsituationen. Eckbälle beispielsweise kamen entweder viel zu hoch oder viel zu flach vors Solinger Tor. Das dürfte nur eine der baustellen sein, um die sich Uwe Weidemann in den kommenden Tagen und Wochen kümmern muss.
„Das war sehr aufschlussreich für mich“, kommentierte Weidemann. „Nach dem 1:1 ist alles über den Haufen geworfen worden, was vor vorher gut gemacht haben. Das war disziplinlos und absolut unverständlich. Beim 1:2 haben wir uns amateurhaft verhalten. Das Ergebnis an sich ärgert mich dabei eigentlich noch nicht mal so sehr, aber die Art, wie es zustande gekommen ist. Das war disziplinlos, da müssen wir dran arbeiten.“ Nicht nur daran.
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