Fußball: Weidemann: Frust statt Lust
VON PETER BÖTTNER - zuletzt aktualisiert: 14.02.2011Ein Unentschieden, fünf Niederlagen – so lautet die Bilanz von Uwe Weidemann als Trainer des VfR Fischeln. Nach der gestrigen 1:3-Pleite gegen den VfL Rhede will der Coach jetzt das Gespräch mit dem Vorstand suchen.
Reglos und mit erstarrter Mine ertrug Uwe Weidemann den Schlusspfiff von Schiedsrichter Marco Tödt, der damit die 1:3-Auswärtsniederlage (Halbzeitstand 0:1) des VfR Fischeln im Kellerduell beim VfL Rhede besiegelte. Was auch immer in den wenigen Minuten danach im Kopf des ehemaligen Zweitliga-Trainers vor sich gegangen sein mag – der erste Kommentar von Weidemann lässt Raum für Spekulationen: "Ich werde das Gespräch mit Präsident Schlösser suchen."
Uwe Weidemann wirkt frustriert. Weil seine Mannschaft dem Abstieg entgegen trudelt und dabei auch an der eigenen Dummheit scheitert. "Solche Fehler dürfen einfach nicht passieren", schimpfte Weidemann und hatte dabei nicht einmal die Stellungsfehler seiner hüftsteif wirkenden Innenverteidigung im Blick. Es sind vielmehr Aktionen wie sie Mike Grühn in Rhede zeigte, an denen Weidemann verzweifelt. Denn der eigentlich als Spielgestalter aufgebotene Grün leistete sich bis zur 40. Minute nicht nur zahlreiche Abspielfehler und Ballverluste. Grühn ließ seinen Frust vielmehr an Schiri Tödt und Gegenspieler Kadir Güzel aus, was in Summe die Gelb-Rote Karte wegen Meckerns und Foulspiel bedeutete. Es passte zu diesem Auftritt von Grühn, dass er danach wortlos den Weg in die Kabine antrat.
Zu diesem Zeitpunkt führten die Hausherren freilich schon mit 1:0, weil sie in den entscheidenden Aktionen wacher und konsequenter agierten. So auch in der 10. Minute, als Kapitän Kadir Güzel nach einem geblockten Freistoß den Schritt schneller am Ball war und aus gut 17 Metern trocken ins rechte, untere Eck traf. Fischeln wirkte keineswegs geschockt – wie der Mannschaft generell der Einsatz nicht abgesprochen werden kann. Doch es fehlte an Spielwitz und Tempo in den Aktionen. Rene Hebold machte seine Sache als Ballschlepper und Staubsauger ordentlich, kreativ wurde er nur selten. Und auch auf den Außen machte erst der eingewechselte Gowthan Kugathasan ein wenig Betrieb. Rhede musste sich deshalb nur auf elementare Dinge beschränken.
In der 69. Minute schloss Stefan Radefeld einen der zahlreichen Konter zum 2:0 ab. Dann keimte beim versprengten Krefelder Anhang gar noch einmal Hoffnung auf, als Hebold eine Ecke von Ante Sicenica wuchtig ins lange Eck köpfte (72.). Doch nur zwei Minuten später drosch erneut Güzel einen geblockten Ball zum Endstand in den Giebel.
"Der Unterschied zwischen Trainingsleistung und der Leistung am Sonntag ist für mich nicht nachvollziehbar. Auch ich betreibe hier immensen Aufwand. Doch die Ergebnisse spiegeln den nicht wider", sagte Weidemann.
VfR-Präsident Thomas Schlösser kehrt heute aus seinem Hawaii-Urlaub zurück. Sein Karibik-Feeling könnte schnell verflogen sein.
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