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Fußball: „Wir sind jetzt in der Pflicht“

zuletzt aktualisiert: 29.01.2008

Die Insolvenz ist vom Tisch, jetzt geht der Alltag wieder los: An Veilchendienstag startet der KFC in die letzten Spiele der Oberliga. Sportdirektor Jonny Hey hofft, die jüngst entstandene Euphorie hinüber zu retten.

Wie groß ist der Stein, der der Mannschaft mit der Zurücknahme des Insolvenzantrags vom Hals gefallen ist?

Jonny Hey Die Erleichterung ist riesengroß, weil einfach die Spieler wieder Planungssicherheit haben. Vor einigen Wochen sah es ja noch so aus, als würde hier alles zusammenbrechen. Ich denke, das Geschehene hat die Mannschaft noch enger zusammengeschweißt.

Vor der Saison war Platz vier das Ziel. Jetzt ist der KFC Elfter mit elf Punkten Rückstand auf die Spitze und knappem Vorsprung auf die Abstiegsplätze. Was ist sportlich noch drin?

Hey Grundsätzlich ist noch alles drin, da noch 16 Spiele ausgetragen werden und 48 Punkte noch zu vergeben sind. Realistisch ist jetzt eine Platzierung unter den ersten Elf, da machen wir uns auch nichts vor. Aber wer weiß, was noch möglich ist, wenn wir die ersten beiden Heimspiele gegen Velbert und Gladbach gewinnen. Wir werden solange alles für den Aufstieg geben, bis er rein rechnerisch nicht mehr möglich ist. Aber das müssen wir ohnehin, weil wir auch nach unten schauen müssen. Für uns ist jetzt jedes Spiel ein Endspiel – egal, in welcher Richtung.

Also haben Sie den Aufstieg zumindest noch im Hinterkopf?

Hey Natürlich. Wer weiß denn schon, ob es nicht noch einen Club gibt, der in eine ähnliche finanzielle Lage gerät wie wir? Oder die Lizenz für die Regionalliga nicht bekommt? Die Mannschaft wird alles tun, um weiter nach oben zu kommen. Das sind wir jedem einzelnen Helfer schuldig, der seinen Teil dazu beigetragen hat, dass der Insolvenzantrag vom Tisch ist. Wir sind in der Pflicht, jetzt sportlich das zurückzugeben, was das Umfeld für uns erarbeitet hat. Diese Euphorie müssen wir mit guten Leistungen erhalten. Die Grotenburg muss wieder eine Festung werden, und da brauchen wir jeden einzelnen Fan im Rücken. Toll wäre es, wenn wir die Zuschauerzahl aus dem Spiel gegen Oberhausen dauerhaft hätten, also über 2000.

Ihr neuer Geldgeber hat in Aussicht gestellt, vielleicht noch einen neuen Spieler zu holen. . .

Hey Ja, aber da gibt es noch nichts Konkretes. Da ist jetzt auch der Trainer gefragt. Es bringt ja nichts, noch einen Spieler auf die Schnelle zu holen, der den Kader aufbläht, sondern es müsste einer sein, der uns auch wirklich weiterhilft.

Zum Beispiel als Ersatz für Christian Knappmann im Sturm?

Hey Seinen Weggang müssen wir natürlich erst einmal kompensieren. Knappi hat nicht nur auf dem Platz eine ganze Menge bewegt, sondern auch außerhalb, vor allem Mannschaftsintern.

Dennoch fehlt ein Stürmer.

Hey Sicher würde uns ein Stürmer noch gut zu Gesicht stehen, zumal Federico Amione noch angeschlagen ist. Er ist bislang einer der positiven Überraschungen.

Gibt es auch eine negative Überraschung?

Hey Ach, es gibt immer Spieler, die länger als andere brauchen, um sich durchzusetzen. Dazu wird jeder in der Rückrunde noch Gelegenheit haben.

Geben Sie noch einen Spieler ab? Patrick Schnier etwa steht ja ganz oben auf der Wunschliste in Kleve.

Hey Das ist nicht geplant.

Auch nicht gegen Ablöse?

Hey Wer zahlt denn in der Oberliga schon eine großartige Ablöse?

Im Gespräch war auch, dass mit einigen Spielern über eine Gehaltsreduzierung gesprochen werden sollte.

Hey Es sind noch keine Gespräche geführt worden, und ich hoffe, dass das Thema jetzt auch vom Tisch ist, damit sich jetzt jeder wieder auf das Sportliche konzentrieren kann.

Quelle: RP

 
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